IFA 2019

Mit diesem smarten Kochtopf will Bosch den Thermomix knacken

Bosch hat auf der IFA den Cookit vorgestellt, der in direkte Konkurrenz zum Thermomix tritt
© Bosch
Bosch hat auf der IFA den Cookit vorgestellt, der in direkte Konkurrenz zum Thermomix tritt
Wenn es um automatisiertes Kochen geht, regiert der Thermomix von Vorwerk fast unangefochten in den deutschen Küchen. Das will Bosch ab 2020 mit dem Cookit ändern, der auf der IFA Weltpremiere feiert. Der neue smarte Kochtopf ist nur die jüngste Konsequenz aus Boschs Smart-Home-Strategie, die das Traditionsunternehmen mit seiner IoT-Markenkampagne "Like a Bosch" bewirbt. Marktführer Vorwerk vom Thron zu stoßen, wird aber alles andere als leicht werden.
Auf der Pressekonferenz in Berlin war Martin Strumpler, Leiter Smart Cooking bei Bosch Hausgeräte, der Stolz anzumerken als er den Cookit präsentierte: "Wir haben fünf Jahre an diesem Projekt gearbeitet und können Ihnen nun das erste Bosch-Küchengerät präsentieren, das auch kochen kann." Das große Vorbild erwähnte Strumpler zwar mit keinem Wort, aber die technischen Leistungsdaten zeigen klar, das Bosch hier mit genauem Blick auf die Leistungsdaten des Wettbewerbers entwickelte. So erreicht der Cookit bis zu 200 Grad Hitze, während der Thermomix bei 160 Grad seine Obergrenze erreicht. Das Bosch-Gerät ist zudem mit drei Liter Fassungsvermögen deutlich größer und kann auch per Sprachsteuerung bedient werden.


Der großen Rezepteflut des Vorwerk-Produkts kann Bosch eine Vielzahl von Content-Partnerschaften mit Rezeptelieferanten entgegensetzen, die das Unternehmen im Rahmen seiner Home-Connect-Plattform aufgebaut hat. Ursprünglich für die klassischen Herde des Herstellers gedacht, liefern die Rezepte jetzt eine Grundlage, um den Cookit von Anfang an mit einer kulinarischen Datenbank ins Rennen schicken zu können. Auch bei der Preispositionierung dürften die Konkurrenten auf Augenhöhe agieren. Bosch wollte sich zum Zeitpunkt der Pressekonferenz zwar noch nicht auf einen Verkaufspreis festlegen. Aber der Cookit soll als Premiumgerät positioniert werden und dürfte damit in einer ähnlich hohen Preislage wie der Thermomix liegen.

Spannend wird nun die Frage, mit wieviel Energie Bosch im kommenden Jahr die Martkeinführung begleiten wird. Das Unternehmen hat bei seiner IoT- und Werkzeugkampagne anschaulich bewiesen, dass es die emotionale Inszenierung seiner Produkte für einen zentralen Bestandteil seines Marketings hält und zu entsprechenden Investitionen bereit ist. Andererseits handelt es sich gerade bei einem Smart-Cooking-Gerät um eine extrem erklärungsbedürftiges Produkt, was in einem 30-Sekünder nicht wirklich machbar sein dürfte.


Die hohen Wiederkaufraten für Vorwerks Thermomix erklären sich nicht zuletzt aus dem vom Unternehmen betriebenen Direktvertrieb, bei dem viel Wert darauf gelegt wird, den Kunden das Gerät in allen seinen Anwendungsaspekten gründlichst zu erklären. Dieser Ansatz erschwert zwar die Skalierung der Marketingstrategie, sorgt aber dafür, das die Kunden den Wert ihres neuen Produkts wirklich schätzen lernen und nicht an der Vielfalt der Möglichkeiten bei der Anwendung scheitern. cam
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