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Nachhaltigkeit spielt für deutsche Verbraucher eine immer größere Rolle beim Konsum
IMAGO / Marc John
IDH-Konsumentenreport

81 Prozent der Deutschen wollen, dass Handel und Marken nachhaltiger werden

Nachhaltigkeit spielt für deutsche Verbraucher eine immer größere Rolle beim Konsum
Nachhaltigkeit wird den deutschen Verbrauchern nicht nur beim eigenen Einkauf immer wichtiger, sie fordern sie auch von Händlern und Marken immer stärker ein. Das ist das Kernergebnis des neuen Konsumentenreports der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH). Demnach verhalten sich vier von fünf Verbrauchern nachhaltiger als noch vor einigen Jahren - und 81 Prozent wünschen sich das genauso von Handel und Marken.
von Tim Theobald Mittwoch, 20. Oktober 2021
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Für ihren vierteljährlichen Konsumentenreport hat die IDH, hinter der Bonial, Marktguru und Offerista stecken, deutschlandweit 4785 Personen ab 18 Jahren zu ihrem Umgang mit den Themen Umwelt-, Klimaschutz und Nachhaltigkeit befragt. Das eindeutige Ergebnis: 86 Prozent der Verbaucher sind am Thema Nachhaltigkeit interessiert oder sehr interessiert. 80 Prozent geben an, in den vergangenen Jahren (noch) stärker auf umweltbewusstes Verhalten geachtet zu haben. Über die Hälfte der Befragten (59 Prozent) sind sogar bereit, zugunsten eines nachhaltigeren Konsums auf Komfort zu verzichten und beispielsweise weniger zu fliegen.

Zudem hat die Umfrage ergeben, dass ein Großteil der Verbraucher (81 Prozent) nicht nur sein eigenes Verhalten anpasst, sondern auch erwartet, dass Unternehmen verstärkt Wert auf Nachhaltigkeit legen. 88 Prozent der Studienteilnehmer denken zwar, dass sich bei Händlern und Marken in den letzten Jahren in dieser Hinsicht schon etwas getan hat. Doch 56 Prozent davon glauben auch, dass die Nachhaltigkeitsbemühungen noch zu gering sind.
© IDH
In diesem Kontext gibt knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) an, bereits zu sein, mehr Geld für Produkte auszugeben, die nachhaltig sind und dem Umweltschutz dienen. Neben den Unternehmen sehen die deutschen Verbraucher zudem auch die Politik in der Verantwortung: 69 Prozent fordern von der neugewählten Regierung, das Thema Umwelt- und Klimaschutz verstärkt anzugehen.

Eine weitere Erkenntnis der Befragung: Das Thema Nachhaltigkeit schlägt sich auch unmittelbar in den Kaufentscheidungen nieder. So sagen beispielsweise 89 Prozent, dass das wichtigste Kriterium beim Kauf von Lebensmitteln ein möglichst geringer Verpackungsmüll ist. Regionalität ist der zweitwichtigste Faktor (83 Prozent). Erst an dritter Stelle (76 Prozent) liegt der Wunsch nach einem günstigen Preis - das hätte vor wenigen Jahren vermutlich noch anders ausgesehen.
Nachhaltigkeit Regenschirme Symbolbild Bonn
© IMAGO / Marc John
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Des Weiteren hat die IDH abgefragt, bei welchen Produkten die deutschen Verbraucher besonders darauf achten, dass sie regional, nachhaltig, fair oder Bio sind. An der Spitze landet Obst und Gemüse (70 Prozent), dahinter folgen Eier (66 Prozent) und Fleisch- und Wurstwaren (62 Prozent). In diesem Zuge achtet rund die Hälfte der Konsumierenden (46 Prozent) generell auf Umwelt- und Gütesiegel. Bei Produktkategorien wie Bau und Garten, Möbel und Wohnaccessoires oder Elektro ist die Qualität hingegen der wichtigste Faktor bei der Kaufentscheidung. Preis, Nachhaltigkeit und Marke treten hier in den Hintergrund.

"Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt für die Verbraucher zunehmend an Bedeutung", fasst Christoph Eck-Schmidt, CEO bei Bonial und Mitinitiator der Initiative Digitale Handelskommunikation, die Ergebnisse zusammen. "Besonders deutlich sehen wir dies in den Anforderungen an und der Entscheidung für bestimmte Produkte. Der Trend zeigt sich aber nicht nur in verschiedensten Produktkategorien, er wird auch in der steigenden Nutzung nachhaltiger, digitaler Kanäle in der Angebotskommunikation sichtbar. Handel und Marken sollten sich bei Produktion und Marketing auf diesen Wandel einstellen." tt
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