Hunderte Produkte ausgelistet

Kaufland legt sich mit Unilever an

Kaufland nimmt Unilever-Produkte aus dem Regal
© Kaufland
Kaufland nimmt Unilever-Produkte aus dem Regal
Dem deutschen Lebensmittelhandel steht der nächste Mega-Konflikt bevor. Nachdem Edeka und Nestlé im Frühjahr einen veritablen Handelskrieg anzettelten, was zur Auslistung von 160 Produkten des Lebensmittelhändlers führte, legt sich jetzt Kaufland mit Unilever an. Wie die Lidl-Schwester gegenüber HORIZONT Online bestätigt, wurden in Deutschland Hunderte Unilever-Produkte ausgelistet.
Kaufland-Kunden dürften sich beim Einkaufen derzeit verwundert die Augen reiben. Denn Unilever-Produkte sucht man in den Regalen des Händlers in diesen Tagen vergeblich. Wie Kaufland gegenüber HORIZONT Online bestätigt, werden Produkte von Knorr, Mondamin, Pfanni, Bertolli, Unox, Lipton, Ben & Jerry’s, Langnese, Magnum, Coral, Viss, Domestos, Dove sowie Axe bis auf weiteres nicht angeboten. 


Begründet wird der Schritt, über den zuerst die "Lebensmittel Zeitung" berichtet hat, mit kurzfristigen und drastischen Preiserhöhungen. "Das neue Angebot enthält Konditionen, die es uns nicht ermöglichen, unseren Kunden neben der großen Auswahl und hohen Qualität auch den besten Preis zu bieten. Das sind jedoch die zentralen Versprechen, die wir unseren Kunden geben", erklärt Andreas Schopper, Leiter Einkauf bei Kaufland Deutschland. "Wir bedauern die eingeschränkte Auswahl, die diese Entscheidung für unsere Kunden derzeit bringt. Gleichzeitig sind wir fest davon überzeugt, dass unsere große Sortimentsvielfalt aus starken Marken und Eigenmarken unseren Kunden viele attraktive Alternativen für den Wocheneinkauf bietet ", so Schopper weiter.

Von dem Bestell- und Lieferstopp sind laut Kaufland in Deutschland insgesamt rund 480 Produkte betroffen. Auch in Tschechien, der Slowakei, Kroatien, Polen, Rumänien und Bulgarien habe Kaufland im ersten Schritt mit einem Bestellstopp für einige Unilever-Produkte reagiert. 


Laut Lebensmittel Zeitung will Kaufland die entstehenden Regallücken vorrangig durch Eigenmarken auffüllen. Der Händler plane zudem, andere Marken einzulisten. Unilever wollte sich nicht näher zu dem Fall äußern. "Gespräche mit unseren Handelspartnern sind vertraulich", sagte ein Sprecher. mas
Themenseiten zu diesem Artikel:
stats