HORIZONT-Stiftung

Förderpreisträgerin Mirja Kroschke über die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Werbung

Dr. Mirja Kroschke gewinnt den Förderpreis 2019 der HORIZONT-Stiftung
© Mirja Kroschke
Dr. Mirja Kroschke gewinnt den Förderpreis 2019 der HORIZONT-Stiftung
Mirja Kroschke hat sich den Förderpreis der HORIZONT-Stiftung und das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 7500 Euro gesichert. Die Akademische Rätin gibt hier im Interview Auskunft über ihren Job, die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und verrät, was sie mit ihrem Preisgeld anfangen wird.

Ihre Dissertation widmet sich sehr praxisbezogenen Themen. Reizt es Sie nicht, in die Wirtschaft zu wechseln?
Gerade die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft finde ich spannend. Ich fokussiere mich auf sehr praxisrelevante Fragestellungen, die oft direkt von Unternehmen an mich herangetragen werden, und möchte Unternehmen dabei unterstützen, basierend auf wissenschaftlich-fundierten Analysen konkrete Management-Implikationen zu entwickeln. In diesem Sinne ist mein Beruf fast wie der eines Beraters, aber mit mehr Freiheiten hinsichtlich Vorgehensweise, Konzeption und Analysen. Ich empfinde diese Forschungskooperationen mit Unternehmen als sehr gewinnbringend, für beide Seiten, Wirtschaft und Wissenschaft und so halte ich mir auch den Fuß in der Tür zur Wirtschaft.



Wie stark ist der Austausch zwischen Unternehmen, für die Ihre Forschungsergebnisse relevant sind, und der Hochschule?
Wie bereits geschildert, sind sowohl meine Forschungs- als auch meine Lehraktivitäten von einem sehr starken Austausch mit Unternehmen geprägt. Ich denke, es muss eine notwendige Bedingung zu Beginn eines Projektes sein, dass es sich um eine wichtige und für die Praxis relevante Herausforderung handelt. Wenn die Antwort dann nicht trivial erscheint, verspricht es meistens ein spannendes Projekt zu werden. So wurde beispielsweise auch das Projekt zum Thema Mobile Couponing entwickelt. Hierzu habe ich bereits mit einem Lebensmitteleinzelhändler in Münster ein Feldexperiment durchgeführt und eine weitere Feldstudie ist aktuell in Planung mit einem Multichannel-Händler aus der Unterhaltungsbranche.
Ziele und Mitglieder der HORIZONT-Stiftung
Die HORIZONT-Stiftung wurde 2006 gegründet. Sie unterstützt seither die Aus- und Fortbildung von Nachwuchskräften und fördert Wissenschaft und Forschung der Kommunikations-, Medien- und Werbeindustrie in den Bereichen Marketing, Media, Kreation und neue Medien. Dem Stiftungsrat gehören an: Gerhard Berssenbrügge, ehem. Vorstandsvorsitzender Nestlé Deutschland; Michael Boebel, Inhaber Creative Consulting; Michael Conrad, Präsident Berlin School of Creative Leadership; Gabriele Eick, Inhaberin Executive Communications Beratung für synchronisierte Unternehmenskommunikation; Burkhard Graßmann, Geschäftsführer Burda News Group; Thomas Lindner, Vorsitzender der Geschäftsführung Frankfurter Allgemeine Zeitung; Helmut Markwort, Herausgeber Focus, Focus Magazin Verlag; Christian Pfennig, Direktor Unternehmens- und Markenkommunikation DFL Deutsche Fußball Liga; Carsten Rasner, Direktor Steinbeis School of Management + Innovation; Markus Gotta, Geschäftsführer HORIZONT, Deutscher Fachverlag; Volker Schütz, Chefredakteur HORIZONT, Deutscher Fachverlag. Vorstand der HORIZONT-Stiftung ist Klaus Kottmeier. Förderer sind: Auratis, Bionade, Civitas, DDB, Defacto Be One, Fazit-Stiftung, Mediengruppe Frankfurt, Freundin, www.freundin.de, Gruner + Jahr, Heye Group, Jung von Matt, Gruppe Georg Kofler, Kolle Rebbe, Mercedes-Benz, Nestlé, Payback, Ströer, Vogel Business Media. Kontakt: Wer sich für Stipendium oder Förderpreis bewerben will, erfährt mehr unter Tel. 069/7595-1602 sowie auf der Website www.horizont-stiftung.de mit Details zur Ausschreibung und Angaben zu bisherigen Preisträgern.
Wie sehr achten Sie persönlich auf Datenschutz, wenn Sie als E-Commerce-Kundin einkaufen gehen?
Wenn man auf diesem Gebiet forscht, ist man dafür einfach sensibilisiert. Jedes Mal, wenn ich nach persönlichen Informationen gefragt werde, achte ich darauf, wozu die Unternehmen die Informationen wissen wollen und vor allem, was mir sozusagen als Gegenwert dafür geboten wird. Aber ich lasse mich auch von den Angeboten verleiten, was wahrscheinlich irrational, aber menschlich ist. Wenn ich für eine Registrierung 10 Prozent auf meinen Einkauf erhalte und weitere Exklusiv-Vorteile, bin ich häufig schon gewillt, meine Informationen zur Verfügung zu stellen.

Wofür werden Sie Ihr Preisgeld einsetzen?
Das Preisgeld werde ich für die Erhebung weiterer empirischer Studien zum hochaktuellen Thema Mobile Couponing im stationären Einzelhandel einsetzen. Dieses Forschungsfeld ist noch relativ unterbelichtet, sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus praktischer Perspektive. Mit den empirischen Studien soll aufgedeckt werden, wie der Einsatz von mobilen Coupons effektiv gestaltet werden kann. Interview: ems


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