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Der Aufstieg der Streetwear-Marke Snipes zur urbanen Love-Brand

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Snipes-Manager Ismail Boulaghmal
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Snipes-Manager Ismail Boulaghmal
Er ist Musik-Produzent, Designer, Unternehmer - und hat aus Snipes wohl eine der erfolgreichsten urbanen Love-Brands gemacht: Ismail Boulaghmal. Im HORIZONT Podcast erzählt der 42-jährige Chief Marketing Advisor, wie er die Streetwear-Marke auf Erfolgskurs gebracht hat - und warum man sich als Unternehmen die Liebe der Kunden nicht erkaufen kann.



Wenn einer weiß, wie man aus einem Unternehmen eine beliebte Hip-Hop-Brand macht, dann Boulaghmal. Für Snipes, dessen Geschäftsführung er in strategischen Fragen rund um neue Märkte, Sponsorings und Testimonials berät, konnte der Marketing-Experte Hip-Hop-Künstler von Weltformat als Botschafter gewinnen, etwa Snoop Dogg, den Wu-Tang-Clan, Chris Brown oder Wiz Khalifa. Sie alle ließen sich bereits in Snipes-Mode ablichten.

Im HORIZONT Podcast, der während eines Gesprächs mit HORIZONT-Chefreporter Jürgen Scharrer auf dem Bewegtbildgipfel in Düsseldorf aufgezeichnet wurde, erklärt Boulaghmal sein Erfolgsgeheimnis für den Kontakt zur jungen und urbanen Zielgruppe: Authentizität. "Die 'Realness' ist ein Ur-Begriff des Hip-Hops", so der Manager.


Früher sei der Hip-Hopper der komische Typ in der Ecke gewesen. "Heute hinterfragt keiner mehr, warum bei einem Langnese-Spot Hip-Hop-Musik im Hintergrund läuft oder ASASP Rocky das Testimonial von Calvin Klein ist", so Boulaghmal. Bei E-Sports beobachtet er ein ähnliches Schubladendenken wie damals zu den Anfangszeiten der Hip-Hop-Kultur. "Das Klischee ist: Der Nerd mit der Hornbrille, ein paar Kilos zu viel und Chips und Cola. Aber das ist überhaupt nicht so." Auch deshalb sei Snipes im August als Ausrüster ins E-Sports-Geschäft eingestiegen.
„Wenn ich Geld investiere, darf ich nicht erwarten, dass ich Liebe zurückbekomme. Das grenzt ja schon an Prostitution, wenn man das wörtlich nimmt.“
Ismail Boulaghmal, Snipes
Auf Zahlen will sich der Marketing-Profi bei seiner Arbeit nicht allzu sehr verlassen: "Wenn man eine Love-Brand sein will, gibt es meiner Meinung nach keine ROIs." Das könne bei einer Lovebrand nicht funktionieren, weil die Währung nunmal Liebe sei. "Wenn ich Geld investiere, darf ich nicht erwarten, dass ich Liebe zurückbekomme. Das grenzt ja schon an Prostitution, wenn man das wörtlich nimmt." Nur wenn man Liebe gebe, dürfe man auch Liebe erwarten, so Boulaghmal.

Verfügbar ist der HORIZONT Podcast auf SoundcloudiTunesSpotify und Deezer. ron

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