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Warum auf Nebenan.de virtuell angeklopft wird

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© nebenan.de/Grafik HORIZONT
Auf gute Nachbarschaft! Mit diesem Wunsch machten sich neue Nachbarn früher gern persönlich bekannt. Doch im digitalen Zeitalter läuft das heute ein bisschen anders: Auf der sozialen Plattform Nebenan.de, die seit 2015 online ist, vernetzen sich Nachbarschaften auf kleinster geografischer Ebene. Sie suchen persönlichen Kontakt, Partner für Sport- oder Freizeitaktivitäten, geben sich gegenseitig Ratschläge, verleihen, verschenken oder verkaufen Gegenstände - eben all das, was man mit Nachbarn so machen kann.
„Sicher hat nicht jeder Lust auf so eine enge Nachbarschaft“, sagt Ina Remmers, eine der Mitgründerinnen von Nebenan.de, im HORIZONT Podcast Lovebrands. Aber bevor man bei jemand Unbekanntem an der Haustür klingelt und eventuell eine Abfuhr erhält, signalisiert man seine Absichten heute eben erst einmal online. Darum, so die Gründerin, ist es eben alles andere als absurd, den digitalen Weg zu wählen, um in der engeren Umgebung neue Kontakte zu suchen. Wer sich nach dem ersten Annähern im Internet persönlich treffen will, dem bleibt dieser Weg ja jederzeit möglich.


Außer in den zurückliegenden Wochen: Während des Lockdowns in Deutschland war schließlich kein enger Kontakt außerhalb des eigenen Hausstandes erlaubt. In dieser Zeit hat Nebenan.de plötzlich ein Miteinander der ganz anderen Art gefördert: den ursprünglichen Ansatz sozialer Nachbarschaftshilfe. Innerhalb kurzer Zeit erfährt die Plattform einen Reichweitenschub und gelangt zu neuer Bekanntheit. Nachbarn bieten ihre Hilfe beim Einkaufen an, sie nähen Masken und verteilten sie, sie unterstützen lokale Händler und Gastronomiebetriebe durch Gutscheinverkauf und zeigen Solidarität in jeder Form.

Nicht zuletzt darum ist die Plattform für Ina Remmers und die weiteren Gründer Christian Vollmann, Till Behnke, Matthes Scheinhardt, Michael Vollmann und Sven Tantau mehr ein Sozialunternehmen, als ein klassisches soziales Netzwerk. Am 5. Juni hat sie ihren fünften Geburtstag gefeiert - natürlich mit dem gebotenen Abstand, aber auch der Nähe, die das eigene Unternehmen vermarktet. son
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