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Rotkäppchen: Wie die deutsche Einheit den Sektmarkt demokratisiert hat

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Cathrin Duppel, Head of Marketing von Rotkäppchen, erklärt im Podcast HORIZONT Lovebrands, wie der Sekt zum meistgekauften Deutschlands wurde.
© Anne Simon, HORIZONT
Cathrin Duppel, Head of Marketing von Rotkäppchen, erklärt im Podcast HORIZONT Lovebrands, wie der Sekt zum meistgekauften Deutschlands wurde.
Die Sektmarke Rotkäppchen gehört zu den wenigen ehemaligen Ostmarken, die heute als gesamtdeutsche Brand wahrgenommen werden. Dabei gelang nicht nur der Sprung in die Marktwirtschaft - Rotkäppchen ist heute beliebter als manche trockenere, an Champagner angelehnte Sorte. Für Cathrin Duppel, Head of Marketing bei Rotkäppchen Mumm, ist das auch kein Wunder: Viele Konsumenten geben nur ungern offen zu, dass ihnen die etwas lieblichere Variante aus der Flasche mit dem roten Verschluss einfach mehr Genuss verschafft.
Das ist auch der Grund, weshalb die Marketingchefin gern von der "Demokratisierung des Sektmarktes" durch Rotkäppchen spricht. Die Marke - und das komplette Sortiment darum herum - bietet etwas für den ganz breiten Geschmack. Entsprechend positioniert sie sich auch als nah am Verbraucher und als Produkt, das zu jedem Anlass dabei sein kann. Längst gehören zum Portfolio auch Weine und alkoholfreie Varianten.
Damit schafft Rotkäppchen laut Duppel durchaus auch Verbindung zu seiner Vergangenheit zu DDR-Zeiten: Auch damals war es schon das Getränk, das bei jeder Feier mit am Start war. Die Historie von Rotkäppchen geht im übrigen sehr viel weiter zurück: Gegründet Mitte des 19. Jahrhunderts hat das Unternehmen zwei Weltkriege erlebt, die Zeit der russischen Besatzung, die Eigentümer wurden enteignet, der Betrieb in Volkseigentum umgewandelt und wurde enteignet und nach dem Mauerfall schließlich in die Treuhand überführt.

Für viele Ost-Unternehmen bedeutete spätestens das ihr tragisches Ende - Rotkäppchen dagegen gelang nicht zuletzt durch das Engagement der eigenen Mitarbeiter ein Buy-out. Anstatt von Westmarken übernommen zu werden, war es in diesem Fall Rotkäppchen, das nach und nach Marken wie Mumm und Geldermann übernommen hat. Heute ist die Marke die meistgekaufte Sektmarke in ganz Deutschland. son
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