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Lemonaid-Gründer Paul Bethke spricht im Podcast HORIZONT Lovebrands über die Zuckerdebatte, Purpose Marketing und Digitalsierungsprobleme im Corona-Jahr
Lea Aring, HORIZONT
HORIZONT Lovebrands

Lemonaid: Wie Gründer Paul Bethke seine Marke gegen die Zuckerlobby verteidigt

Lemonaid-Gründer Paul Bethke spricht im Podcast HORIZONT Lovebrands über die Zuckerdebatte, Purpose Marketing und Digitalsierungsprobleme im Corona-Jahr
Ärger mit der Politik über den Zuckergehalt des Produkts und dann auch noch Umsatzeinbußen durch Corona – bei Lemonaid häufen sich gerade die Herausforderungen. Trotzdem bleibt Gründer Paul Bethke kämpferisch und plant schon die nächsten Expansionsschritte. Warum der Kampf gegen die Zuckerlobby so wichtig für die Marke ist und weshalb eine Übernahme durch einen großen FMCG-Konzern für ihn keine Option ist, erzählt er in dieser Folge des Podcasts HORIZONT Lovebrands.
von Santiago Campillo-Lundbeck Sonntag, 18. April 2021
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Es klingt wie ein Schildbürgerstreich: Obwohl die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner öffentlich gegen den zu großen Zuckergehalt in deutschen Nahrungsmittel vorgehen will, soll der Getränke-Hersteller Lemonaid Warnhinweise auf seinen Flaschen anbringen: Weil es nicht die für Limonaden vorgeschriebene Mindestmenge an Zucker enthält. Für Gründe Paul Bethke ist das ein No-Go: „Wenn wir das machen müssten, wäre wohl die nächste Frage, ob wir uns noch Lemonaid nennen dürfen. Schließlich ist unser Markenname ja direkt von Limonade abgeleitet.“

Lemonaid versucht den Druck der Behörden mit einer öffentlichen Kampagne zu kontern. So stiftete sie der Ernährungsministerin im vergangenen September öffentlichkeitswirksam ein eigenes „Denkmal“ komplett aus Zucker. Dabei hätte Lemonaid eigentlich genug zu tun mit den Folgen der Corona-Krise. Der Getränke-Hersteller muss einen besonders hohen Umsatzverlust durch die Schließung der Gastronomie verdauen und Kurzarbeit anmelden. Jetzt holt die Marke ihre in der Expansionsphase versäumte Digitalisierung unter Hochdruck nach. Bethke: „Online muss unser drittes Standbein neben dem Handel und der Gastronomie werden.“

Eine Lösung könnte es da sein, ähnlich wie seinerzeit Innocent oder Ben & Jerry's das Übernahmeangebot durch einen großen FMCG-Konzern anzunehmen. Angebote gab es schon einige bestätigt Bethke. Trotzdem habe er er noch nie darüber ernsthaft nachgedacht: „Meine Sorge ist einfach zu groß, dass das Konzern-Management irgendwann einmal der Anteil den Anteil zusammenstreichen würde, den wir an die Entwicklungshilfeprojekte abführen – weil das gut für den Aktienkurs wäre.“ cam
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