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Rik Strubel
Tobias Ebert
Henkel Beauty CMO Rik Strubel

So wird Social Selling das Marketing transformieren

Rik Strubel
Shopping-Funktionen werden in Social Media mainstreamfähig und die Markenindustrie studiert schon jetzt das Potenzial von Social Selling. Aber Rik Strubel, CMO Henkel Beauty Care, glaubt, dass die neue Form des digitalen Verkaufens künftig die Grenzen zwischen Marketing und Vertrieb noch weiter aufweicht. Marketer werden künftig auch den Kaufabschluss und das After-Sales-Management zu ihren Aufgaben zählen. Warum dieses Prozess die Rollen von Marketing und Vertrieb verändern wird, schildert er ausführlich im Podcast HORIZONT Lovebrands.
von Santiago Campillo-Lundbeck Sonntag, 14. März 2021
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Zu Strubels Aufgaben gehört es nicht nur, aktuelle Markenbotschaften zu entwickeln und die Effizienz der Mediastrategie zu kontrollieren, er muss als CMO Henkel Beauty auch nach den nächsten großen Trends international Ausschau halten. Einer der Trends in der digitalen Kommunikation, der ihn ganz besonders fasziniert, sind die Social-Selling-Shows chinesischer Influencer. Strubel: "Da entsteht ein interessanter Austausch zwischen den Presentern und denjenigen, die an diesen Livechats teilnehmen. Das ist zwar ein klarer Verkaufsprozess, aber der bezieht ganz stark die Konsumenten mit ein, die daran teilnehmen."

Vergleichbares hat der europäische Markt derzeit nicht zu bieten – noch nicht müsste man eigentlich sagen. Denn der Henkel-Manager möchte vergleichbare Formate auch außerhalb Chinas für seine Marken nutzbar machen: "Das sind spannende Entwicklungen, bei denen wir möglichst vorne mit dabei sein wollen. Da lernen wir viel aus dem Verhalten der verschiedenen Anbieter in China. Und schauen uns an, wie wir das hier replizieren können."

Erste Tests mit der Marke Banana Beauty habe es schon gegeben. Für Strubel nur der Anfang: "Das werden wir weiter über unsere Massenmarken ausbreiten und daraus Learnings generieren." Bei Social Selling verschwimmt allerdings auch die Grenze, wo Marketing endet und der klassische Vertrieb beginnt. Strubel glaubt, dass die Rolle der Marketer künftig breiter definiert sein wird: "Es geht dann vom ersten Insight nicht nur hin zum Consumer Engagement, sondern tatsächlich auch zur Conversion und dann zum Post-Sales-Management. Und ähnlich ist das für den Vertrieb, der sich ebefalls viel mehr bemühen muss, zu verstehen, wie man heute verkauft, was sich dabei eventuell geändert hat."

Jedes Unternehmen sei daher gut beraten, sich möglichst früh auf diese Zukunft einzustellen, findet Strubel. Seine Empfehlung: "Vielleicht erst im kleineren Rahmen verschiedene Experimente machen und dann relativ schnell zu skalieren. Denn die klassische Unterteilung – wer macht Marketing? Wer macht Verkauf? –, die wird es in der Zukunft so viel weniger geben." cam
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