Heimat

So heroisch wurde bei Hornbach noch nie an einem Becken geschraubt

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In der neuen Herbstkampagne stellt sich der Heimwerker einer riesenhaften Herausforderung
© Hornbach
In der neuen Herbstkampagne stellt sich der Heimwerker einer riesenhaften Herausforderung
Mut und Optimismus haben angesichts der aktuell schlechten Nachrichtenlage Seltenheitswert. Da passt es gut, dass die Hornbach-Herbstkampagne eine kleine Heldengeschichte mit positiver Botschaft liefert. In „Es scheint unmöglich. Bis du es machst“ aus der Kreativschmiede Heimat Berlin geht es um die Ängste, sich einem Projekt zu stellen und weshalb man diese überwinden sollte – Assoziationen zur allgemeinen Lage der Gesellschaft durchaus erwünscht. Der Film selbst erinnert dabei, wohl nicht ganz zufällig, an einen der großen Klassiker des Science-Fiction-Films.
Markenverantwortlicher Thomas Schnaitmann: „Die positive Kraft der Umsetzung eines Projektes war wohl noch nie so wertvoll wie jetzt. Das erfüllende Gefühl, etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben, hält lange an und macht Mut für weitere Herausforderungen.“

Entscheidend sei es, Herausforderungen anzupacken. Damit liefert die Baumarktkette eine Botschaft, die einerseits sehr produktrelevant ist, aber gleichzeitig auch die breitere Stimmungslage des Publikums treffen dürfte.

Produktrelevanz ist in diesem Fall besonders wichtig, da Heimwerkermärkte derzeit ähnlich wie Einrichtungshäuser eine kleine Sonderkonjunktur erleben. Viele Konsumenten, die Corona-bedingt nicht verreisen können und somit viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, investieren derzeit Geld das sonst in einen Urlaub geflossen wäre in die Verschönerung ihrer häuslichen Umgebung.

Wie unüberwindlich Herausforderungen erscheinen können, vermittelt der Spot schon durch die Größenverhältnisse. Ein winziger Heimwerker steht vor der wortwörtlich riesigen Herausforderung, ein marodes Waschbecken auszutauschen. Dabei muss er sich nicht nur den Tücken der riesigen Bauteile stellen, sondern auch die Attacken einer Monsterfliege abwehren. Als das neue Becken schließlich hängt, kehrt sein Selbstbewusstsein und damit auch seine Originalgröße zurück.

Filmfans werden in der Bildsprache des Hornbach-Spots viele Parallelen zu dem Science-Fictionklassiker „Die unglaubliche Geschichte des Mister C“ erkennen, in dem ein Mann zu schrumpfen beginnt und ebenfalls mit seiner riesenhaft gewordenen Umwelt zu kämpfen hat. Das ist nicht unpassend. Denn bei dem Projekt (Filmproduktion: TPF Berlin) stand Hoyte van Hoytema hinter der Kamera, der unter anderem mit Regisseur Christopher Nolan die Science-Fiction-Filme „Interstellar“ und „Tenet“ drehte. Die Regie beim Hornbach-Spot führte Tom Kuntz.

Tatsächlich war wohl auch die Produktion des TV-Spots eine Herausforderung, die den Vergleich mit dem Kampf des winzigen Heimwerkers nicht zu scheuen braucht. Guido Heffels, Gründer der verantwortlichen Kreativbagentur Heimat, lobt die Corna-Maßnahmen von Produzenten Michael Duttenhöfer: „Corona-Tests für alle Beteiligten, personell reduzierte Drehbegleitung, Fiebermessen, ständige Feinabstimmungen aus der Ferne – aber alles ist eben möglich, wenn man es denn, mit Mut und Verstand, macht.“ cam
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