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Die FDP kopiert sich selbst - und kritisiert den Hass in Deutschland

Die FDP will etwas gegen den Hass auf alles und jeden tun
© FDP / Youtube
Die FDP will etwas gegen den Hass auf alles und jeden tun
Am 28. Oktober finden in Hessen Landtagswahlen statt. Die FDP bringt sich für den Urnengang in Stellung, indem sie eine Kampagne aus dem vergangenen Jahr neu auflegt - und die Botschaft entsprechend der politischen Stimmung im Land deutlich verschärft.
Am 26. April 2017 erschien auf der Facebook-Seite der FDP das "Doofgedicht". Das "Gedicht zur gefühlten Lage der Welt" griff den oft zitierten Missmut der Deutschen auf, die vieles doof finden, sich aber nicht mit konstruktiven Vorschlägen hervortun. Auch damals war der Anlass eine Landtagswahl, nämlich die in Nordrhein-Westfalen im Mai des vergangenen Jahres. Damals holte die FDP schließlich 12,6 Prozent der Stimmen - ein Plus von vier Prozent. Dafür gab es am Ende des Jahres einen goldenen Effie.


In Hessen sieht es derzeit nicht so gut aus für die Liberalen. Aktuelle Umfragen sehen die FDP nur bei sechs bis neun Prozent. Grund genug für Spitzenkandidat René Rock und seine Mitstreiter, in der Kommunikation noch einmal Gas zu geben, gibt es also. Nun hat die FDP ein Video veröffentlicht, das  einem bekannt vorkommt. In dem Spot geht es erneut um die "gefühlte Lage der Welt" - nur eben gut anderthalb Jahre später. Und die habe sich nicht verbessert, "im Gegenteil".
"Rechts hassen, Links hassen, Mitte hassen, Migranten hassen, Deutsche hassen. Jetzt neu: Chemnitz hassen": Mit diesen Worten beginnt das 45-sekündige Video. In dem Tenor geht es dann auch weiter. Von der Union über Journalisten bis hin zu Wladimir Putin, Donald Trump und natürlich FDP-Chef Lindner: alle werden im Deutschland des Jahres 2018 gehasst.

"Doof" wurde also durch "Hass" ersetzt, die Botschaft bleibt aber grundsätzlich dieselbe: "Hassen ist einfach. Machen wir es uns also wieder ein bisschen schwerer", heißt es am Ende des Videos. Statt also passiv-aggressiv den Problemen des Landes zu begegnen, sollten die Menschen anpacken, findet die FDP. Auch die verantwortliche Werbeagentur hat sich nicht verändert: Damals wie heute stammt die Kampagne von Heimat Berlin.
Von einem ähnlichen Geist wie das "Hass-Gedicht" ist der TV-Spot der Hessen-FDP zur Landtagswahl getragen. Die Kampagne trägt insgesamt wieder klar die Handschrift von Heimat Berlin und bleibt der Linie aus den vergangenen Jahren treu. Eine auffällige Kampagne braucht es im Zuge des Hessen-Wahl auch mehr denn je: Die Grünen haben mit ihrer Quasi-Kopie der CDU-Kampagne zur Bundestagswahl 2017 bereits einen bemerkesnwerten Auftritt hingelegt.


Die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier geht derweil mit dem Slogan "Damit Hessen stark bleibt" in den Kampf um Stimmen, während die SPD auf den Claim "Zukunft jetzt machen" setzt. ire
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