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Viele Menschen wollen nach Wochen des Lockdowns erstmal zum Friseur
Pixabay / OrnaW
Havas Media Corona Monitor

Wie die Deutschen ihre wiedergewonnene Freiheit nutzen

Viele Menschen wollen nach Wochen des Lockdowns erstmal zum Friseur
Nach Wochen des Lockdowns wollen viele Deutsche als erstes zum Friseur, aber auch endlich mal wieder ins Fitnessstudio oder ins Restaurant. Beim Reisen sind die meisten Menschen wegen der unsicheren Lage in vielen Ländern dagegen noch zurückhaltend. Das geht aus der jüngsten Befragungswelle des Havas Media Corona Monitor hervor. 
von David Hein Freitag, 22. Mai 2020
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Haarschneider und Anleitungen zum Haareschneiden waren in den letzten Wochen angesichts geschlossener Friseursalons der Renner. Mittlerweile haben die Friseure wieder geöffnet und erleben einen regelrechten Kundenansturm. Nach Wochen des Lockdowns wollten viele Menschen als erstes ihre Corona-Matte loswerden. Das zeigt auch die jüngste Ausgabe des Havas Media Corona Monitor. 38 Prozent planen in den kommenden Wochen einen Friseurbesuch, 15 Prozent der Befragten haben sich schon einen neuen Haarschnitt verpassen lassen. Auch der Besuch in einem Restaurant (45 Prozent) oder Café (44 Prozent) steht bei vielen Menschen für die kommenden Wochen auf der To-do-Liste, wobei fast ebenso viele vorläufig noch darauf verzichten wollen.


Nachgelassen hat angesichts strenger Hygienevorschriften die Vorfreude auf einen Besuch im Fitnessstudio: Nur etwa jeder Vierte (23 Prozent) will in den kommenden Wochen ins Fitnessstudio oder den Sportverein, 22 Prozent wollen draußen Sport treiben (Joggen, Tennis, Golf...) 

Bei Fernreisen sind die meisten Befragten angesichts geschlossener Grenzen dagegen noch sehr skeptisch: 75 Prozent gehen davon aus, dass bereits geplante Fernreisen nicht stattfinden können. 63 Prozent glauben nicht, dass sie Flugreisen innerhalb Europas antreten können, und jeder Zweite (51 Prozent) ist auch skeptisch, was Reisen mit dem Auto angeht. Optimistischer sind die Befragten in Bezug auf Reisen innerhalb von Deutschland: Hier gehen nur 23 Prozent davon aus, dass Reisen nicht stattfinden können.


Allerdings wollen ohnehin nur 15 Prozent der Befragten im Sommer verreisen. Die meisten (19 Prozent) haben sich für die Sommermonate wegen der Coronakrise nichts besonderes vorgenommen und wollen zu Hause bleiben, 18 Prozent wollen Familie und Freunde besuchen. Überhaupt orientieren sich durch die Corona-Krise viele Menschen stärker auf ihr eigenes Umfeld und wollen kleine und mittelständische Unternehmen in ihrer Region unterstützen.

Insgesamt bremst die unsichere Lage und die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise die Konsumlust. Vor allem für Kleidung, Reisen und Restaurantbesuche wollen die meisten Befragten weniger Geld ausgeben. Immerhin will sich fast jeder Dritte (31 Prozent) nach dem langen Lockdown endlich mal wieder etwas gönnen. Eine Branche, die nachhaltig von der Coronakrise profitieren könnte, ist die Medienbranche - zumindest in Bezug auf die Nutzung. Auch wenn das Informationsbedürfnis mittlerweile wieder zurückgeht, stimmen mehr als die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen der Aussage "Medien sind heute viel wichtiger für mich" zu - bei den 50- bis 69-Jährigen sind es immerhin 43 Prozent. Bei den Jungen glauben 48 Prozent, dass Medien für sie auch langfristig eine höhere Bedeutung haben werden. 

Der Havas Media Corona Monitor untersucht seit zwei Monaten in wöchentlichen Befragungswellen wie sich das Verhalten und die Stimmung der Deutschen verändert – sowohl in Bezug auf ihr Mediennutzungsverhalten als auch auf das alltägliche Konsumverhalten und die Stimmung der Bevölkerung. Befragt werden jeweils 500 Menschen zwischen 14 und 69 Jahren mittels einer repräsentativen Onlinebefragung durch Respondi. Die achte und vorerst letzte wöchentliche Befragungswelle erfolgte vom 12. bis zum 14. Mai. dh
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