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Verbraucher goutieren Werbung, die die aktuelle Krise positiv aufgreift
Coca-Cola
Havas Media Corona Monitor

Werbung zu Corona wird positiv aufgenommen

Verbraucher goutieren Werbung, die die aktuelle Krise positiv aufgreift
Viele Unternehmen frieren ihre Werbung aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation ein. Andere Werbungtreibende wie zum Beispiel Adidas, Nike, Coca-Cola oder McDonald's haben dagegen auf die Corona-Pandemie reagiert und rufen mit Kampagnen zur Solidarität und zu Social Distancing auf. Eine Umfrage von Havas Media legt nun nahe, dass Unternehmen, die die Corona-Krise aufgreifen, davon durchaus profitieren könnten.
von David Hein Montag, 23. März 2020
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Für den "Media Corona Monitor" der Media-Agentur wurden vom 17. bis zum 19. März rund 500 Menschen zwischen 14 und 69 Jahren online befragt - die Ergebnisse dürften aufgrund der geringen Fallzahl also nur beschränkt repräsentativ sein. Tendenzen dürften sich aber dennoch aus den Befragungsergebnissen ableiten lassen.  


Wenig überraschend: Die Mediennutzung ist durch die globale Pandemie stark gestiegen. Fast 90 Prozent der Befragten informieren sich mehrmals täglich über die aktuelle Lage. Die beiden wichtigsten Informationskanäle sind das Internet und das Fernsehen: Die Onlinenutzung ist um 40 Prozent in die Höhe geschnellt, die TV-Nutzung um 36 Prozent. Dabei vertrauen die meisten Befragten vor allem auf die klassischen Fernsehnachrichten, am unteren Ende der Skala finden sich Social Media und Podcasts wieder. 

Viele Werbungtreibende Unternehmen treibt aktuell zudem die Frage um, wie sie ihre Werbekommunikation an die Krisensituation anpassen können. Die Mehrheit der Befragten findet es laut Havas "in Ordnung, wenn Unternehmen weiter werben, solange die eigentlichen Kernaufgaben im Vordergrund stehen". Werbung, die auf die aktuelle Corona-Thematik eingeht, werde sogar "als äußerst positiv wahrgenommen". Allerdings müssten die Unternehmen darauf achten, die Tonalität und Motive an die Situation anzupassen. Kampagnen, die den Konsumenten eine heile Welt vorgaukeln, sind derzeit fehl am Platz. 
Coca-Cola Social Distancing
© Coca-Cola
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Das Thema Haltung und die Frage, wie viel Verantwortung Marken in gesellschaftspolitischen Debatten übernehmen müssen, hat die Werbewelt im vergangenen Jahr beschäftigt wie kein zweites. Im Frühjahr 2020 ist mit der Corona-Krise die Zeit der Nagelprobe für die Werbungtreibenden gekommen: Marken wie Adidas, Coca-Cola McDonald’s und Nike rufen jetzt zur Solidarität und zu Social Distancing auf.

Die weitgehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben auch Einfluss auf das Einkaufsverhalten der Menschen: So probieren derzeit viele Konsumenten erstmals Lebensmittellieferdienste aus. Ein Viertel der Befragten, die in der vergangenen Woche online eingekauft haben, haben Lebensmittel bestellt. Rund die Hälfte derjenigen, die bislang noch nie Dinge des täglichen Bedarfs online gekauft haben, können sich mittlerweile vorstellen, ihren Wocheneinkauf online zu erledigen. 


Auch das Thema Home Office erlebt durch die Corona-Pandemie einen Schub. Das zeigt sich auch in der Befragung von Havas Media. Demnach haben in der vergangenen Woche 38 Prozent der Befragten im Home Office gearbeitet, 16 Prozent arbeiten erstmals von zu Hause aus. Die Arbeitnehmer, die bereits zuvor zeitweise von zu Hause aus gearbeitet haben, bleiben nun mehrheitlich im Home Office. Knapp die Hälfte gibt an, im Home Office genauso gut arbeiten zu können wie im Büro. Ein Drittel kann in den eigenen vier Wänden sogar effizienter arbeiten. 

Die Tourismusbranche gehört aktuell zu den hauptleidtragenden Wirtschaftssektoren der Krise. Allerdings können sich Reiseveranstalter und Fluggesellschaften laut dem Havas Media Corona Monitor auf einen Kundenansturm freuen, sobald die Krise überstanden ist. 55 Prozent der Befragten freuen sich darauf, nach der Krise wieder verreisen zu können. Noch größer ist allerdings die Freude auf Treffen mit Freunden und Verwandten sowie Restaurant- und Kneipenbesuche. dh
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