Havas Media Corona Monitor

Mehr Spiele, mehr Familienleben, aber auch mehr Alkohol

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Gaming erlebt in der Coronakrise einen Boom
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Gaming erlebt in der Coronakrise einen Boom
Seit drei Wochen haben Schulen und Kindergärten wegen der Corona-Pandemie geschlossen, seit zwei Wochen gelten weitgehende Kontaktbeschränkungen. Viele Familien haben sich mittlerweile mit der neuen Situation eingerichtet. Laut der jüngsten Welle des Havas Media Corona Monitors wird zu Hause wieder mehr gemeinsam ferngesehen und gespielt - aber auch vielfach mehr getrunken.
In der dritten Woche der flächendeckenden Schulschließungen boomen nicht nur Streamingdienste, sondern zunehmend auch Gaming. So ist die Nutzung von Games laut der Umfrage der Media-Agentur Havas um 36 Prozent gestiegen. Vor allem regelmäßige Gamer daddeln seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich mehr (+53 Prozent), bei Kindern (+35 Prozent) ist Gaming derzeit sogar beliebter als Fernsehen und Streaming. Neben Gaming legen auch Podcasts (+21 Prozent), Zeitschriften (+21 Prozent) und Mediatheken (+11 Prozent) weiter stark zu. Aber auch klassische Brettspiele werden deutlich häufiger gespielt als zuvor (+58 Prozent). 


Auch der gemeinsame Fernsehabend erlebt durch die Einschränkungen derzeit eine Renaissance. 55 Prozent der Kinder bleiben derzeit auch länger wach, weil sie sich die Zeit für ihre Schularbeiten selbst einteilen können. 

Allerdings steigt in vielen Haushalten in der Ausnahmesituation auch der Alkoholkonsum: 20 Prozent der Befragten haben ihren Alkoholkonsum in der letzten Woche erhöht, bei knapp 70 Prozent ist er gleich geblieben. Die meisten Befragten trinken mit Personen aus dem eigenen Haushalt (61 Prozent), ein Drittel trinkt zur Not aber auch mal alleine. Besonders Jüngere trinken mehr als sonst, sind dabei aber auch kreativ: So erfreuen sich Partys oder Trinkspiele via Videochat zunehmender Beliebtheit.


Erwartungsgemäß floriert durch die zwangsweise geschlossenen Geschäfte derzeit das Onlineshopping. Seit der ersten Befragungswelle vor drei Wochen kaufen 46 Prozent der Befragten mehr im Internet. Während in der ersten Woche des Lockdown vor allem Elektronik als Ausstattung für das Home Office oder Home Entertainment geshoppt wurde, kauft ein Drittel der Deutschen nun vermehrt Bücher gegen die Langeweile. Der Online-Einkauf von Lebensmitteln ist dagegen schon wieder stark rückläufig (-40 Prozent), wohl weil der Einkauf im Supermarkt aktuell eine der wenigen Möglichkeiten ist, überhaupt noch außer Haus einkaufen zu gehen. 

Bei den Marken achten die Verbraucher derzeit vor allem auf Funktionalität, faire Preise und Qualität, aber auch auf die soziale Verantwortung von Unternehmen. Persönliche Benefits sind dagegen aktuell untergeordnet. 

Werbung wird von den Verbrauchern weiterhin akzeptiert und sogar bewusster wahrgenommen. Werbung mit Corona-Bezug kommt dabei weiterhin gut an (56 Prozent finden sie positiv), allerdings ist hier auch Vorsicht geboten: "Ich finde es wichtig, dass Unternehmen ihrem Produkt treu bleiben. Es sollte keine übertriebene 'Corona-Werbung' gemacht werden, das erweckt bei mir den Anschein, dass die Krise ausgenutzt wird", gibt ein Befragter zu Protokoll. 

Die dritte Befragungswelle für den Havas Media Corona Monitor erfolgte vom 31. März bis 2. April. Befragt werden 500 Menschen zwischen 14 und 69 Jahren mittels einer repräsentativen Onlinebefragung mit Respondi. dh
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