Halloween

Warum Pennywise, Freddy Krueger und Co am liebsten bei Lidl ihre Opfer suchen

Zu Halloween spuken bei Lidl die Horrorstars
© Lidl/Youtube
Zu Halloween spuken bei Lidl die Horrorstars
Nein, es ist nicht leicht, ein unmenschliches Monster zu sein. In seiner Halloween-Kampagne liefert Lidl einen amüsanten Einblick in den Alltag der großen Horrorstars nach dem Ruhm und verpasst Rewe und Penny einen Seitenhieb. Denn wie der Film zeigt, haben Pennywise, Freddy Krueger und Samara ein Problem: Die Menschen erschrecken sich mittlerweile so sehr über die hohen Preise im Lebensmittelhandel, dass kein Adrenalin mehr für die Gruselprofis übrig ist. Damit bleibt ihnen nur noch Lidl als letztes Jagdrevier.
Der 60-Sekünder ist Teil von Lidls laufender Preis-Kampagne, verzichtet dieses mal allerdings auf eine massive Einbindung der Handelskonkurrenz. Einzig bei der Inszenierung der überteuerten Produkte sind ein paar Anspielungen gegen die Rewe-Gruppe versteckt: Auf der Verpackung der Kekse ist klar ein "Jenny"-Logo im Markendesign des Discounters Penny zu erkennen und das Mineralwasser heißt "Nein" - eine Parodie der Rewe-Handelsmarke Ja. Im Mittelpunkt der Story stehen jedoch die Halloween-Stars.


Und diese Parodie ist gut gelungen: Pennywise der Mörderclown aus dem Stephen-King-Epos Es erstrahlt hier in seinem aktuellen Look, Freddy Krueger trägt selbstverständlich seinen rot-schwarz gestreiften Pullover und Samara aus dem japanischen Horrorwerk "The Ring" entsteigt mit gewohntem Schwung den Fernsehern ihrer Opfer. Doch in Lidls Kampagne sind aus den einstigen Stars der Gruselwelt bedeutungslose Niemande geworden. Freddy Krueger zersäbelt keine Teenager mehr, sondern nur noch die Haare der Kunden in einem Friseursalon. Zuhause kann er seiner Tochter nur noch ein "Papa, du nervst" entlocken. Und Kollegin Samara versucht verzweifelt mit "VHS und Chill"-Einladungen per Smartphone neue Opfer zu finden, doch leider interessiert sich heute niemand mehr für Video-Bänder. Die Rettung bietet der Neckarsulmer Discounter mit seinen niedrigen Preisen. Denn da sich die Kunden nicht wegen hoher Preise gruseln müssen, sind sie auch wieder ganz offen für die unheimliche Ausstrahlung der unterbeschäftigten Monster.

Dass eine Mainstream-Marke Lidl das Halloween-Thema für seine Preiskampagne nutzt, ist durchaus bemerkenswert. Denn der amerikanische Feiertag ist zwar auch in Deutschland ein großes Medienthema, hat sich aber im Alltag nur punktuell etabliert. Aus diesem Grund wurde Halloween in der Vergangenheit bisher vor allem von Marken mit einer klar amerikanischen Verwurzelung genutzt. Im Lebensmittelhandel hat sich Halloween zumindest als saisonaler Promotionanlass für Süßwaren etablieren können. cam
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