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Die Deutschen beschweren sich häufiger über diskriminierende Werbung

Für diese Autowerbung verteilte der Werberat eine Rüge
© Deutscher Werberat
Für diese Autowerbung verteilte der Werberat eine Rüge
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Der Deutsche Werberat hat seine Halbjahresbilanz für 2018 vorgelegt - und vermeldet erneut einen leichten Anstieg der Beschwerdefälle. Vor allem Motive, die das männliche oder weibliche Geschlecht diskriminieren, stießen den Kritikern sauer auf. Wenn es um den Werbeträger geht, störten sich die Deutschen besonders oft an Plakatwerbung.

Insgesamt wurden im 1. Halbjahr dieses Jahres 394 Beschwerden zu Werbemaßnahmen beim Werberat eingereicht. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie immer musste der Werberat jedoch ein wenig aussortieren: In 161 Fällen fielen die Beschwerden nicht in den Kompetenzbereich der Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft.

Übrig blieben 233 Beanstandungen, mit denen sich der Werberat auseinandersetzte. 173 Motive davon betrachtete der Werberat als nicht zu beanstanden. In 60 Fällen stimmte er hingegen mit der Einschätzung der Kritiker überein, weil ein Verstoß gegen die Verhaltensregeln vorlag. In 92 Prozent dieser Fälle (55) konnte das Kontrollorgan eine Einstellung oder Änderung der Werbung erreichen.

Nicht alle Unternehmen beugten sich jedoch dem Urteil des Werberats. In fünf Fällen sprach dieser eine öffentliche Rüge  aus, weil die Firmen ihre Motive zunächst nicht zurückziehen wollten. Die Branchen, über die sich am häufigsten beschwert wurde, sind der Handel (39 Fälle), KFZ (23 Fälle) und Gastronomie (13 Fälle).

Beschwerden nach Branchen im 1. Halbjahr 2018

Quelle: Deutscher Werberat
Diskriminierung aufgrund des Geschlechts war im 1. Halbjahr 2018 der Hauptbeschwerdegrund. 137 Mal wurde Werbung deswegen beanstandet. Zugenommen haben Beschwerden in der Rubrik "Ethik und Moral" (von 24 auf 31 Fälle). Weniger beschwert haben sich die Deutschen hingegen über Werbung, auf denen Personengruppen diskriminiert wurden (15 Fälle gegenüber 22 in 2017). Beschwerdefälle zu potentiell angsteinflößender oder in unpassender Art an Kinder und Jugendliche adressierte Werbung blieben nahezu konstant (11 Fälle). Andere Beschwerdegründe lagen im einstelligen Bereich.

Beschwerdefälle nach Werbemittel im 1. Halbjahr 2018

Quelle: Deutscher Werberat
Wenn es um die Werbeträger geht, auf denen Anzeigen und Motive kritisiert werden, war im Vorjahreszeitraum noch die Kritik an Onlinewerbung sprunghaft angestiegen. Das hat sich nun wieder gelegt. Statt 57 Beschwerden lagen im ersten Halbjahr dieses Jahres nur noch 47 vor. Am häufigsten wurde bislang Plakatwerbung kritisiert (51 Fälle), darauf folgen Fernsehspots und die Onlinewerbung. Anzeigen in Zeitschriften und Zeitungen wurden 21 Mal bemängelt. Fahrzeugwerbung kam 18 Mal nicht gut an, Werbebriefe 16 Mal. Mit weiterem Abstand folgten Radiospots (10 Mal). Kinowerbung, Werbeartikel oder Werbeaufsteller waren fast gar nicht von der Kritik betroffen. bre




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