Guerilla-Kampagne

Auch Nutella wird nun in den Kampf gegen rechts geschickt

Das Motiv hängt am Breitscheidplatz in Berlin
© facebook.com/staybehindfoundation
Das Motiv hängt am Breitscheidplatz in Berlin
"Lieber braun aufs Brot als braun im Kopf!": Dieser Satz ist auf einem Out-of-Home-Motiv zu lesen, das offenbar in der Nähe des Berliner Breitscheidplatzes platziert war. Als werbende Marke tritt dabei Nutella auf - allerdings handelt es sich um eine Guerilla-Aktion.
Wie das Unternehmen Ferrero, zu dem Nutella gehört, auf Anfrage von HORIZONT Online bestätigt, handelt es sich nicht um eine offizielle Plakataktion der Süßwarenmarke. Was genau dahinter steckt, werde derzeit geprüft, heißt es aus der Pressestelle des Unternehmens.


Nutella ist damit bereits die zweite Marke, die unwissentlich in den Kampf gegen rechts geschickt wird. Vor Kurzem zog ein Plakat von Coca-Cola weite Kreise. Darauf war ein Weihnachtsmann zu sehen, dazu der Satz "Für eine besinnliche Zeit: Sag' Nein zur AfD". Coca-Cola steckte allerdings gar nicht dahinter, sondern eine Intitiative namens AfDentskalender.de. Diese will dazu animieren, jeden Tag etwas gegen das Erstarken von Nazis und Populisten zu unternehmen.

Auf Twitter und Facebook veröffentlichte eine Organisation namens Stay Behind Foundation Fotos des Plakats. Hinter der Organisation steckt laut Impressum unter anderem die Initiative Hooligans gegen Satzbau, die sich dem Kampf gegen rechts verschrieben hat - "als digitale Antwort auf einen zunehmenden Rechtsruck", wie es auf der Website heißt. Die Macher von AfDentskalender haben die Posts jeweils geteilt. HORIZONT Online hat bei beiden Organisationen nachgefragt, ob sie hinter der Plakat-Aktion stecken - bislang gab es keine Reaktion. Update: Die Macher des AfDentskalender haben sich nicht zur Urheberschaft bekannt. "Die Wahrscheinlichkeit dass die Guerilla-Künstler durch die Aufrufe des AFDentskalenders animiert wurden schätzen wir als sehr hoch ein", heißt es in einer Mail.
Ein Konter aus dem AfD-Umfeld gegen die vermeintliche Coke-Aktion ging derweil ziemlich daneben. Anhänger der Partei hatten sich offensichtlich daran gestört, dass Coca-Cola die Aktion von AfDentskalender öffentlich unterstützte - und brachten deswegen den großen Rivalen Pepsi für die AfD in Stellung. Der ließ sich das Ganze natürlich nicht gefallen und erklärte, sich rechtliche Schritte vorzubehalten. ire
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