Gesellschaftliche Haltung

50 deutsche Familienunternehmen machen Made in Germany zum Toleranzsiegel

Deutsche Unternehmen setzen ein Zeichen für Toleranz
© dfv
Deutsche Unternehmen setzen ein Zeichen für Toleranz
Es liest sich wie ein Who-is-Who des deutschen Unternehmertums: 50 Familienunternehmen haben gemeinsam die Kampagne „Made in Germany – Made by Vielfalt“ für mehr Toleranz und Weltoffenheit gestartet. Unternehmen wie Hipp, Otto, Vorwerk, Würth und andere große Namen des Wirtschaftslebens haben sich zusammengefunden, um ein Zeichen gegen eine immer aggressivere Stimmung gegen Migranten und andere Minderheiten zu setzen. Ihre gemeinsame Botschaft: „Es hat einen Grund, dass es Made in Germany und nicht Made by Germans heißt.“

Es gibt viele Wege, wie eine Kampagne entstehen kann, doch der Entstehungsweg der neuen Haltungskampagne gehört zu den eher ungewöhnlichen. Timm Mittelsten Scheid, Gesellschafter bei Vorwerk sowie Mitglied der Vorwerk Unternehmerfamilie, hatte eine Verschärfung der politischen Debatten rund um Migranten beobachtet und dabei eine konstruktive Gestaltung dieser Debatte durch die politischen Vertreter vermisst.



50 Familienunternehmen werben mit der Kampagne für mehr Toleranz
© Vorwerk
50 Familienunternehmen werben mit der Kampagne für mehr Toleranz
Daraus entstand die spontane Idee, gemeinsam mit anderen deutschen Unternehmern für mehr Weltoffenheit Stellung zu beziehen: „Ich finde es wichtig, dass auch die Wirtschaft in Zeiten dieser gesellschaftspolitischen Debatten ein Zeichen setzt. Daher freut es mich umso mehr, mit der Idee auf so viel positive Resonanz im Kreise der Familienunternehmen gestoßen zu sein.“

Tatsächlich habe er mit seiner Idee oft das Gefühl gehabt, bei den anderen Unternehmen offene Türen einzurennen. Einer der mitwirkenden Familienunternehmen, der Plakatvermarkter Ströer, lieferte sogar noch einen Ansatz zur Erweiterung des Auftritts. Ursprünglich waren nur Anzeigen vorgesehen gewesen. Dank Ströer ist die Kampagne nun auch auf Plakatflächen in 15 deutschen Städten zu sehen.


„Ich finde es wichtig, dass auch die Wirtschaft in Zeiten dieser gesellschaftspolitischen Debatten ein Zeichen setzt. Daher freut es mich umso mehr, mit der Idee auf so viel positive Resonanz im Kreise der Familienunternehmen gestoßen zu sein.“
Timm Mittelsten Scheid
Timm Mittelsten Scheid, Gesellschafter bei Vorwerk
© Vorwerk
Timm Mittelsten Scheid, Gesellschafter bei Vorwerk
Mit der von Jung von Matt kreierten Kampagne will die Initiative ein eindeutiges Zeichen für mehr Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit setzen. Unter dem Claim „Made in Germany – Made by Vielfalt“ verdeutlichen die teilnehmenden Unternehmen ihre gemeinsame Haltung: Nicht die Herkunft der Menschen ist entscheidend, sondern ein friedvolles und tolerantes Miteinander.

Diese Unternehmen sind dabei
Unter den teilnehmenden Unternehmen finden sich große und kleine Namen der deutschen Wirtschaft: ACEG, B. Braun, Baerlocher, Bahlsen, Berner Group, Beumer Group, Boehringer Ingelheim, BPW Bergische Achsen KG, Brose, Claas, Deichmann, Dräger, EMZ, Fritz-Kola, Funke Mediengruppe, Giesecke+Devrient, Gira, Hansa-Flex, Henkel, Hipp, Horsch, Hubert Burda Media, Jägermeister, Kienbaum, Klett, Kostal, Krone, Lemken, Lindner, Marquard & Bahls, Messer Group, Metzler, Murtfeldt, Nolte Küchen, ODDO BHF, Oetker-Gruppe, Otto Group, Röchling, Sartorius, Sennheiser, SMS Group, Stihl, Ströer, Südvers, Trigema, Vaillant, Vorwerk, Werksviertel Mitte, Wörwag und Würth.
Für viele der teilnehmenden Unternehmen ist die Initiative auch ein persönliches Anliegen. „Als Familienunternehmen sind wir uns unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst. Wir bekennen uns durch die Teilnahme an der Initiative zu einer offenen Kultur und möchten ein Zeichen setzen zur Förderung von Toleranz und Weltoffenheit“, sagt Fabian Kienbaum, Chief Empowerment Officer der Personal- und Managementberatung Kienbaum. „Mit der Kampagne tragen wir eine Wahrheit in die Öffentlichkeit, die wir tagtäglich in unserem Unternehmen erleben: Dass Menschen unterschiedlichster Ethnien friedlich und diskriminierungsfrei zusammenarbeiten und leben können“, ergänzt Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto Gruppe.

Die Anzeigenkampagne ist ab heute in den Titeln Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt und den Zeitungen der Funke Mediengruppe sowie in Magazinen wie Bunte, Focus und Cicero zu sehen. Darüber hinaus läuft die Kampagne auch auf Plakaten in 15 deutschen Großstädten. Die digitale Verlängerung übernehmen die beteiligten Unternehmen in Eigenregie. cam

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