"Generation Alpha"

Warum Marketer bei Technik-Kampagnen auch an den Nachwuchs denken sollten

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Die meisten Kinder sind im Umgang mit Unterhaltungstechnik sehr versiert
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Die meisten Kinder sind im Umgang mit Unterhaltungstechnik sehr versiert
Eltern kennen das Phänomen: Irgendwann kennen sich die Kids mit der Technik im eigenen Haus besser aus als man selbst. Viele Eltern fragen daher früher oder später ihre Kinder um Rat, wenn es um die Anschaffung neuer Produkte geht. Unternehmen sollten in ihrer Werbung daher den Einfluss der "Generation Alpha" berücksichtigen. 
Das geht aus einer Studie der Kommunikationsberatung Hotwire und Wired Research hervor. Demnach glauben 43 Prozent der Eltern von Kindern im Alter von vier bis neun Jahren, dass ihr Nachwuchs mehr von Technik versteht als Mama und Papa. 58 Prozent der Eltern machen sich vor der Anschaffung neuer Produkte oder Dienste Gedanken darüber, wie ihre Kinder diese nutzen werden oder fragen ihren Nachwuchs nach ihrer Meinung. 


"Die sogenannte Generation Alpha ist die erste, die in eine smarte digitalisierte Welt hineingeboren wird. Technische Fähigkeiten, die wir uns erst im Erwachsenenalter aneignen konnten, lernen sie quasi von Geburt an ganz selbstverständlich", sagt Florian Hohenauer, Managing Director Hotwire Deutschland, zu den Ergebnissen der Studie. "Marketing und Vertrieb tun gut daran sich schon heute auf diese Generation einzustellen – ihren Einfluss auf Kaufentscheidungen können wir jetzt schon beobachten." 

Dabei stehen die Eltern dem Umgang mit moderner Technik durchaus positiv gegenüber. 65 Prozent der Befragten hoffen darauf, dass ihre Kinder dadurch später bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. 44 Prozent glauben, dass ihre Kinder durch die Verwendung von Technik schneller denken können, eine bessere Problemlösungskompetenz bekommen (38 Prozent) und sich das Koordinationsvermögen verbessert (37 Prozent). 72 Prozent der Eltern befüchten aber auch, dass ihre Kinder zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. 


"Zwei Schlussfolgerungen ergeben sich aus meiner Sicht zusätzlich für Marketer und auch Entwickler digitaler Produkte", ergänzt Hohenauer. "Erstens: Brauchen wir wirklich Kinderversionen von Programmen oder Apps, wenn Kinder so schnell auf demselben Stand sind wie Erwachsene? Reicht nicht eine Vollversion mit altersgerechten Einschränkungen? Von Kinderversionen fühlt sich die Generation Alpha wahrscheinlich nicht lange ernst genommen. Zweitens: Eltern setzen große Hoffnungen in digitale Technik, was die Entwicklung ihrer Kinder betrifft. Diese Hoffnungen können Entwickler und Marketer aufgreifen und Produkt sowie Marketing entsprechend gestalten." 

Für die Studie befragte OnePoll im Auftrag von Hotwire im Juli insgesamt 8000 Eltern in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Australien und den Niederlanden, davon 1000 in Deutschland. dh
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