Gender Pay Gap

Gehaltslücke klafft weit auseinander

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Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer
© Alina Kuptsova auf Pixabay
Frauen verdienen nach wie vor weniger als Männer
Das Beratungsunternehmen Mercer liefert einen neuen Beleg für die ungerechte Bezahlung von Frauen. Abseits jeden Pathos zeigen die Ergebnisse der Befragung von mehr als 700 Firmen, dass sich an dieser Tatsache trotz regelmäßiger Selbstverpflichtungen und Versprechen von Unternehmenslenkern kaum etwas ändert: laut der neuen Berechnung liegt die bereinigte Lücke des durchschnittlichen Bruttostundenverdiensts zwischen Männern und Frauen bei 5,5 Prozent, die unbereinigte, also die Lücke mit auf Vollzeit hochgerechneten Werten ungeachtet der Position im Unternehmen, bei 17,3 Prozent.
Ein Blick auf die Werte von Spezialisten und Facharbeitern zeigt, dass der so genannte Gender Pay Gap bei zunehmendem Hierarchielevel steigt. Damit liegt die Berechnung unter der des statistischen Bundesamts, das den unbereinigten Gender Pay Gap in Deutschland mit 21 Prozent beziffert. Bei der Untersuchung der OECD liegt der Wert in Deutschland bei 16,2 Prozent – übrigens liegt Deutschland mit diesen Werten auf der hinteren Plätze in Europa. Ungeachtet der relativ leichten Unterschiede der Untersuchungsergebnisse zeigen sie alle, dass Frauen massiv benachteiligt sind: Wer Kinder bekommt oder Teilzeit arbeitet, muss deutliche Nachteile in Kauf nehmen – zunächst bei der Bezahlung während des Berufsleben, später bei der Rente.


Die neue Untersuchung belegt aber auch, dass die Dominanz männlicher Führungskräfte Frauen auch beim Aufstieg auf der Karriereleiter finanziell deutlich benachteiligt: Je höher das Karrierelevel, desto größer geht die Schere auseinander. Das belegen auch Studien wie der Stepstone Gehaltsreport, der regelmäßig zeigt, dass auch in Bereichen wie Marketing und Vertrieb weibliche Führungskräfte, die Personalverantwortung tragen, deutlich schlechter bezahlt werden, als ihre männlichen Kollegen. Als unwirksame Maßnahme, um den Gender Pay Gap zu beheben, hat sich bislang das Entgelttransparenzgesetz erwiesen, dass bei Arbeitnehmern wie bei Arbeitgebern vor allem auf Kritik stößt. Bislang haben nur sieben Prozent der deutschen Arbeitnehmer einen Gehaltsvergleich in ihren Betrieben eingefordert. ems
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