Gemeinschaftsfirma

Audi und Valtech bringen Joint Venture auf die Straße

Valtech Moblity geht an den Start
© Audi
Valtech Moblity geht an den Start
Audi hat erstmals Details zu dem seit Monaten geplanten Joint-Venture mit der Digitalagentur Valtech bekannt gegeben. Wie der Ingolstädter Autobauer am Montagabend ankündigte, wird das Gemeinschaftsunternehmen unter dem Namen Valtech Mobility GmbH an den Start gehen und seinen Hauptsitz in München haben. Die Agentur, die sich Audi von Valtech schneidern lässt, soll digitale Lösungen für zahlreiche Aspekte des vernetzten Fahrzeugs entwickeln.

Audi und Valtech arbeiten bereits seit 2009 zusammen. Anders als einige Wettbewerber, die sich mit Antoni (Mercedes-Benz), C14torce (Seat) und Traction (Citroën) Exklusivagenturen zugelegt haben, wird Valtech Mobility nicht ausschließlich für Audi arbeiten. Einem Sprecher zufolge soll die Agentur auch für weitere Kunden, etwa Marken aus dem VW-Konzern, tätig werden. Die Messlatte liegt hoch. Mit Valtech Mobility will Audi nicht weniger als die zentralen Zukunftsthemen der Automobilbranche angehen. Zu den Aufgaben des Spezialdienstleisters, deren Anteilseigner die Valtech GmbH mit 51 Prozent und die Audi-Tochter Audi Electronics Venture mit 49 Prozent sind, gehören neben der Optimierung von Fahrzeugtechnologien auch die Weiterentwicklung der in der Audi-Flotte eingesetzten Software-Architektur und des digitalen Experience Designs. Zudem soll das Unternehmen Konnektivitätslösungen und vernetzte Dienste für das Fahrzeug der Zukunft entwickeln. Im Mittelpunkt aller neuen Produkte, Dienste und Geschäftsmodelle sollen die Themen Big Data, Elektromobilität, autonomes Fahren und vernetzte Plattformen stehen. Audi schweben innovative digitale Lösungen vor, die intuitiv zu bedienen sind und "mit durchdachtem Design einen klaren Mehrwert für die Benutzerinteraktion und die Fahrzeugintegration bieten", heißt es in einer Ankündigung.



„Durch die zunehmende Elektromobilität und die Fortschritte im Bereich autonomes Fahren wird die Vernetzung zu einer Schlüsselkomponente im Fahrzeug. Somit verschieben sich die Wertschöpfungsketten innerhalb der Automobilindustrie, was zu neuen, integrierten Modellen der Zusammenarbeit zwischen IT-Dienstleistern und den Herstellern führt.“
Peter Ivanov
"Für die Mobilität der Zukunft spielen Digitalisierung und Vernetzung eine entscheidende Rolle", begründet Thomas M. Müller, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik und CarIT bei Audi, die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens mit Valtech. "Mit der Gründung des Joint Ventures erweitern wir unser Partnernetzwerk nachhaltig und stärken unsere Kompetenzen in der agilen Software-Entwicklung", so Müller weiter. Peter Ivanov, bisher in leitender Funktion im Bereich Fahrzeug-IT bei Audi, findet den Schritt auch deshalb zwingend notwendig, weil die Vernetzung durch die zunehmende Elektromobilität und die Fortschritte im Bereich autonomes Fahren zu einer Schlüsselkomponente im Fahrzeug wird. "Somit verschieben sich die Wertschöpfungsketten innerhalb der Automobilindustrie, was zu neuen, integrierten Modellen der Zusammenarbeit zwischen IT-Dienstleistern und den Herstellern führt", sagt Ivanov. 

Für den Valtech-Automotive-Experten Andreas Peters, der nun gemeinsam mit Ivanov die Geschäftsführung des Joint Ventures übernimmt, liegen die Vorteile ebenfalls auf der Hand. "Gestaltung und Realisierung kommen aus einer Hand – von der Benutzerinteraktion bis zur Fahrzeugintegration", sagt Peters. "Dies sind entscheidende Voraussetzungen, um Kunden einzigartige und unvergessliche Fahrerlebnisse bieten zu können."


Peters und Ivanov führen eine Agentur, die bereits zum Start über eine ordentliche Manpower verfügt. Am Unternehmenssitz in München und an weiteren Standorten in Düsseldorf, Frankfurt, Dresden, Ingolstadt sowie Braunschweig sollen künftig rund 200 Mitarbeiter tätig sein. Unterstützt werden Peters und Ivanov von einem Advisory Board, das von Olivier Padiou, Group COO von Valtech und Chairman von Valtech Mobility, geleitet wird.

Auf das Auftragsvolumen der übrigen Audi-Agenturen - der Autobauer arbeitet unter anderem mit Thjnk und Philipp und Keuntje (Kreation), SinnerSchrader (Digital) und We are Social (Social Media) zusammen - wird sich die Neugründung offenbar nicht auswirken. "Wir arbeiten mit Valtech in einem Themengebiet zusammen, nämlich dem Aufbau einer integrierten IT-Plattform für Fahrzeug-Konnektivität und digitale Services. Bei anderen Projekten unterstützten uns andere Unternehmen – beispielsweise beim Aufbau der myAudi-App", erklärt eine Audi-Sprecherin. mas

stats