Gedicht zu Vernetzung und Zusammenhalt

So lyrisch bewirbt die Deutsche Telekom ihr dichteres 5-G-Netz

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Die neue Telekom-Kampagne wird von einem Gedicht zu den vielfältigen Verbindungen zwischen den Menschen getragen
© Deutsche Telekom
Die neue Telekom-Kampagne wird von einem Gedicht zu den vielfältigen Verbindungen zwischen den Menschen getragen
Die 5G-Kampagne der Deutschen Telekom geht in ihre zweite Welle. Und Menschen, die schon in der Schule den Deutsch-Unterricht hassten, müssen jetzt ganz tapfer sein. Nach Coca-Cola macht jetzt auch die Telekom ein Gedicht zum Herz der Kampagne. Die Strategie ist nicht zufällig gewählt. Denn nachdem der Konzern in seiner ersten Welle eine Nähe zwischen seiner Marke und der 5G-Technologie herstellte, geht es jetzt darum, diese Positionierung mit Emotion aufzuladen. Und nichts bringt Emotionen so auf den Punkt wie ein Gedicht.
Für Markenchef Ulrich Klenke ist der Auftritt aber weit mehr als nur eine produktfokussierte Kampagne. Die Telekom meldet, dass sie ihre Netze in über 30.000 deutschen Städten und Gemeinden auf 5G aufgerüstet hat. Damit könnten jetzt 40 Millionen Menschen 5G nutzen, so das Unternehmen. Diesen Infrastrukturvorsprung will Klenke nutzen, um sich jetzt schon als Marktführer der Zukunftstechnologie zu profilieren: „Wir laden wir das Thema 5G mit einem cineastischen Spot emotional auf und machen den Mehrwert der Technologie deutlich.“


Wer die von DDB Hamburg kreierte Kampagne mit der aktuellen Kampagne von Coca-Cola vergleicht, entdeckt einige inhaltliche Parallelen. Beide Kampagne sparen nicht mit gesellschaftlichen Anspielungen – so ist etwa bei der Telekom eine Muslima mit Kopftuch Teil des Ensembles, verbinden die thematisierte Emotion aber vor allem mit der persönlichen Entwicklung des Betrachters und versuchen einen optimistischen Ton zu finden.

„Mit der Kampagne will die Telekom erneut ein Statement gegen die Spaltung der Gesellschaft und für mehr Teilhabe setzen.“
Christian Loefert
Die Aussage „Nichts soll zwischen uns stehen“ ist explizit nicht nur als Leistungsversprechen zu 5G gedacht, bestätigt Christian Loefert, Marketingchef bei der Telekom Deutschland: „Mit der Kampagne will die Telekom erneut ein Statement gegen die Spaltung der Gesellschaft und für mehr Teilhabe setzen.“


Der 40-Sekünder (Produktion: Tempomedia), der das Gedicht präsentiert, wird bei Ende September im TV und als Online-Video zu sehen sein.  Doch das Telekom-Marketingteam will auch in anderen Kanälen den zwischenmenschlichen Leitgedanken des Gedichts nutzen: „Kein Warten und kein Zögern mehr – kein Zweifeln und kein Ungefähr – weil mehr verbindet, als uns trennt – ohne aber, ohne wenn – Entfernung soll in Luft aufgehn – und nichts soll zwischen uns mehr stehn.“

Out-of-Home-Motive, Anzeigen und die Shop-Gestaltung sollen die Auseinandersetzung mit der Botschaft noch vertiefen. Zu den eingesetzten Kanälen gehört übrigens auch Social-Media. Die Telekom hat sich anders als viele andere große Unternehmen dem Facebook-Boykott im Juli nie angeschlossen. cam
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