Fußball-Bundesliga

Bayern München zeigt Rassismus die rote Karte

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Mittelfeldspieler Thiago zeigt bei der Aktion Gesicht - und Haut
© FC Bayern München
Mittelfeldspieler Thiago zeigt bei der Aktion Gesicht - und Haut
Der FC Bayern München will sich gegen Ausgrenzung, Beleidigungen und Intoleranz einsetzen und startet deswegen die Kampagne "Rot gegen Rassismus". Die Aktion wird in den kommenden Tagen die Social-Media-Kanäle des Bundesligisten prägen sowie das Heimspiel gegen den FC Augsburg am Sonntag.
Die Farbe Rot im Kampagnenmotto steht dabei sowohl für den symbolischen Platzverweis für Rassismus als auch für die zentrale Vereinsfarbe des FC Bayern, dessen Mannschaft auch "Die Roten" genannt wird. Die Kampagne besteht aus mehreren Motiven, auf denen sich Spieler verschiedener Abteilungen des FC Bayern München sowie Funktionäre gegen Rassismus aussprechen. Die Protagonisten kommen auch in einem Video zu Wort.


Zu den Botschaftern der Kampagne gehören unter anderem Joshua Kimmich, Thiago, Niklas Süle und Serge Gnabry, Lina Magull und Lineth Beerensteyn aus dem Frauenfußballteam des FC Bayern sowie Basketballer Danilo Barthel. Aus der Clubführung treten Clubchef Karl-Heinz Rummenigge, Sportdirektor Hasan Salihamidzic, Präsident Herbert Hainer, dessen Vorgänger Uli Hoeneß sowie Vorstandsmitglied Oliver Kahn in der Kampagne auf. 
Zu sehen sind die Motive im Mitglieder-Magazin "51", außerdem will der FC Bayern in den kommenden Tagen alle seine Social-Media-Kanäle verstärkt mit dem Thema bespielen. Auch im Rahmen des Bayern-Heimspiels am Sonntag gegen den FC Augsburg soll die Kampagne aktiviert werden. Die Shirts, die von den Botschaftern im Spot und auf den Motiven getragen werden, sind ab sofort im Online-Shop des FC Bayern sowie in allen FC Bayern Stores für 15 Euro erhältlich. Der komplette Erlös soll an soziale Einrichtungen gehen, die sich für Vielfalt und Toleranz engagieren. Entwickelt und umgesetzt wurde die Kampagne inhouse vom FC Bayern München Digital & Media Lab.

Die Kampagne kommt zu einer Zeit, da im deutschen Fußball eine angespannte Stimmung herrscht. Im vergangenen Sommer sorgte Schalke-Chef Clemens Tönnies mit rassistischen Aussagen für einen Skandal und musste sein Amt nach heftiger Kritik drei Monate ruhen lassen. Anfang Februar wurde Jordan Torunarigha von Hertha BSC beim Pokalspiel auf Schalke von Zuschauern rassistisch beleidigt. Und am vergangenen Bundesliga-Spieltag sorgten Hass-Botschaften gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp fast zum Abbruch der Partie des Clubs aus Sinsheim in München.


Die Plakate mit den Schmähungen waren in der Fankurve des FC Bayern gezeigt worden. Club-Chef Karl-Heinz Rummenigge hatte sich anschließend kritisch über die eigenen Fans geäußert: "Ich schäme mich zutiefst aus Sicht des FC Bayern für diese Chaoten", wurde Rummenigge auf dem vereinseigenen News-Portal zitiert. Der Bayern-CEO sagte auch: "Wir haben viel zu lange die Augen zugemacht, was in gewissen Kurven oder in vielen Kurven, eigentlich in allen, passiert ist. Wir haben viel zu viel gestattet und mit dem heutigen Tage muss ein Umdenken stattfinden."

FC Bayern München: Die Motive der Kampagne "Rot gegen Rassismus"


Die Kampagne "Rot gegen Rassismus" ist allerdings wohl keine direkte Reaktion auf diese Vorfälle: "In den vergangenen Wochen ist es in den Stadien der Bundesliga zu Vorfällen gekommen, die uns allen nicht gefallen können", so Rummenigge. "Insbesondere die sich häufenden Fälle von Rassismus bereiten uns große Sorge. Deshalb zeigen wir dem Rassismus die Rote Karte. Mit unserer lange geplanten Aktion 'Rot gegen Rassismus' wollen wir dazu beitragen, dass unsere Stadionkultur, um die man uns in ganz Europa beneidet, wieder von Vernunft und Menschlichkeit bestimmt wird."

Präsident Herbert Hainer sagt: "Wir wollen mit unserer Aktion Haltung gegen Hass, Hetze und jede Art von Gewalt zeigen. Rassismus ist mit die schlimmste Form der Diskriminierung und hat in unserer Welt keinen Platz. Fußball muss Freude machen. Dafür steht der FC Bayern - genauso wie für die Werte Toleranz, Respekt und Vielfalt." ire
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