"Frückstück bei Tiffany"

Warum Deka und Scholz & Friends einen Filmklassiker neu inszenieren

Liebeserklärung an ein Finanzprodukt: Die neue Markenkampagne der Deka tritt mit großen Bildern und einer eigenen Inszenierung von Filmklassikern auf die Bühne
© Deka
Liebeserklärung an ein Finanzprodukt: Die neue Markenkampagne der Deka tritt mit großen Bildern und einer eigenen Inszenierung von Filmklassikern auf die Bühne
Trotz niedriger Zinsen denken die Deutschen nach wie vor selten über Aktien und Fondssparpläne nach. Das will die Dekabank jetzt ändern. Die Investmenttochter der Sparkassen-Finanzgruppe startet eine umfangreiche, aufmerksamkeitsstarke Markenkampagne, die Filmklassiker aus verschiedenen Genres neu interpretiert und inszeniert. Den Auftakt macht in dieser Woche eine Liebeserklärung an ein Finanzprodukt.
Schmachten und Hach-Ja-Momente sind in der Finanzwerbung bislang unüblich. Das ändert sich ab dieser Woche. Mit der neuen Markenkampagne der Dekabank geht die Investmenttochter der Sparkassen-Finanzgruppe neue Wege in der Kommunikation.
„Ich bin überzeugt, dass wir einen anderen Ansatz brauchen. In der Finanzkommunikation wird der Kunde immer mit scheinbar ikonenhaften Bildern konfrontiert, die leider völlig austauschbar sind“
Lothar Weissenberger, Deka
Deutlich anders als das in der Branche bisher üblich ist, widmet sich das Institut den Themen Wertpapieren, Aktien und Vermögensaufbau. Erstmals spielt der Finanzdienstleister mit verschiedenen Filmgenres, inszeniert Klassiker neu und persifliert sie auch.
Die Anlehnung an den Hollywood-Filmklassiker "Frühstück bei Tiffany" in dem Spot "Kiss" mit der auf ewig bezaubernden Audrey Hepburn ist jedenfalls zum Auftakt der Kampagne unüberseh- und unüberhörbar. Dass die Oscar-prämierte Filmmusik von Henry Mancini in dem Spot zu hören ist, macht CMO Lothar Weissenberger und Matthias Spaetgens, Partner und Chief Creative Officer von Scholz & Friends, zudem stolz. "Ich bin überzeugt, dass wir einen anderen Ansatz brauchen. In der Finanzkommunikation wird der Kunde immer mit scheinbar ikonenhaften Bildern konfrontiert, die leider völlig generisch und austauschbar sind", erklärt Weissenberger den Ansatz im exklusiven Gespräch mit HORIZONT. 


Es geht ihm bei der neuen Kampagne um Wiedererkennbarkeit, eine cineastische Anmutung, um die Weiterentwicklung der Kommunikationsplattform "Unterschätzen Sie die Zukunft nicht" und darum, die Konsumenten für das Thema Wertpapiere unterhaltsam und nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu gewinnen. "Niedrige Zinsen werden uns noch ganz lange beschäftigen", sagt Weissenberger.
„Nur wenn der Zuschauer offen bleibt, können wir neue Zielgruppen erreichen“
Matthias Spaetgens, Scholz & Friends
Und genau das scheint bei vielen Deutschen noch nicht angekommen sein, wie auch Anlageberater wissen. "Viele Kunden glauben immer noch, dass ihr Geld auf einem Giro- und Sparkonto gut aufgehoben ist. Das ist ein fataler Irrtum", sagt einer am vergangenen Wochenende in einem Hintergrundgespräch, der seinen Namen deshalb auch nicht veröffentlicht wissen will.
Mit neuen Bildern und einem anderen Storytelling will die Deka die Aktienkultur in Deutschland auch in Print verändern.
© Dekabank
Mit neuen Bildern und einem anderen Storytelling will die Deka die Aktienkultur in Deutschland auch in Print verändern.
Genau hier setzt die Kampagne an. Unterhaltsam, spielerisch will sie in den kommenden Monaten neue Akzente, um die Deutschen zu einem anderen Umgang mit ihrem sauer verdienten Geld zu bewegen - allerdings ohne den berühmten Holzhammer.  "Wir haben Bilder geschaffen, bei denen man den Absender am Anfang nicht gleich riechen kann. Nur wenn der Zuschauer offen bleibt, können wir neue Zielgruppen erreichen", erklärt Matthias Spaetgens.
Die Strategie und die Ziele der Kampagne
Das ausführliche Interview mit Lothar Weissenberger und Matthias Spaetgens können Abonnenten in der kommenden Ausgabe von HORIZONT lesen oder ab Montag auf HORIZONT+
Neben verschiedenen Bewegtbildformaten für TV, Online und Social Media und weiteren Arbeiten zu verschiedenen Filmgenres hat Scholz & Friends als verantwortliche Kreativagentur auch verschiedene Printmotive und die PoS-Kommunikation entwickelt. Dabei geht es immer um Zukunftsprognosen, die das Zusammenleben tangieren und die dazugehörigen richtigen Entscheidungen. Die Sujets sollen - wie die Filme - große und kleine Momente anders erzählen und so langfristig zu einer Veränderung in der Einstellung zu Wertpapieren führen. Wenn das gelingt, hätte die Deka mehr als nur eine Markenkampagne abgeliefert. mir

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