Fritz-Kola "Trink aus Glas"

"Wir könnten mehr Geld verdienen, wenn wir auf Plastik umstellen würden"

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Björn Knoop, Nachhaltigkeitsexperte bei Fritz-Kola
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Björn Knoop, Nachhaltigkeitsexperte bei Fritz-Kola
Deutschland ein Vorkämpfer im Recycling? Fritz-Kola hat gerade eine Kampagne gestartet, um diese Selbstlüge zu entlarven. „Trink aus Glas“ weist gerade mit Intallationen in Berlin, Hamburg, Stuttgart und München darauf hin, dass Verpackungsmüll kein Problem fremder Kontinente ist, sondern vor der eigenen Haustür entsteht. Björn Knoop, Fritz-Kolas Nachhaltigkeitsexperte, erklärt im HORIZONT-Interview, warum der Hamburger Getränkehersteller jetzt eine Bewegung für die Pfand-Glasflasche gestartet hat.
Nein, ein sonderlich innovativer Ansatz ist es nicht, der gerade am Hamburger Spielbudenplatz, dem Berliner Sony Center, dem Münchener Isartor und dem Stuttgarter Hauptbahnhof zu sehen ist. Schließlich wies Sodastream schon 2012 mit Plastikflaschen-Installationen auf die PET-Flut der Getränkeindustrie hin – seinerzeit war Coca-Cola der selbst gewählte Bösewicht.

Doch das ist letztlich auch der eigentliche Skandal an der von Fritz-Kola zusammen mit Leadagentur  R&W, den PR-Agenturen Tribes und Eastside sowie der Digital-Agentur TLGG kreierten Kampagne: An der Problematik, gegen die „Trink aus Glas“ kämpfen will, hat sich seit 2012 nichts geändert. Genau genommen hat sich die Plastikflut seit damals sogar noch erhöht.  Für Fritz-Kola ist die Kampagne dagegen nicht einfach nur ein schlichtes Image-Vehikel, um darauf hinzuweisen, dass die eigenen Brause-Varianten schon seit Gründung ausschließlich in Mehrwegflaschen verkauft werden. „Trink aus Glas“ soll eine Bewegung werden, die für echte Veränderungen in der Getränkeindustrie kämpft. Knoop weiß aber auch, dass das ein harter Kampf wird. Denn den Umweltargumenten für Glas steht die Tatsache gegenüber, dass Plastikflaschen für die Getränke-Hersteller billiger sind.

"Wir hoffen auf eine Art Schmetterlingseffekt"

Fritz-Kola setzt mit der Kunstaktion ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit
© Fritz-Kola
Fritz-Kola setzt mit der Kunstaktion ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit
Fritz-Kola wirbt im Moment mit Plastikinstallationen in vier deutschen Großstädten. Was soll dieser Auftritt den Konsumenten vermitteln? Mit unserer Guerilla-Aktion wollen wir die Plastikwelle darstellen, die durch Deutschland geht. Und damit wollen wir darauf aufmerksam machen, dass diese Problematik von Plastik und Vermüllung eben nicht, wie es manchmal dargestellt wird, ein Problem von anderen Ländern und Kontinenten ist, sondern eine ganz konkrete Herausforderung auch für Deutschland ist. Und Deutschland kann mit seinem wirklich einzigartigen Pfandsystem bei der Lösung des Problems vorweggehen und eine führende Rolle in diesem Kampf einnehmen.

Die Kampagne „Trink aus Glas“ soll ja auch zu einer langfristigen Bewegung in der Getränkeindustrie werden. Hier gehört Fritz-Kola ja nicht gerade zu den großen Playern. Warum traut Ihr Euch trotzdem zu, die Denkweise der Branche zu verändern?

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