Frauendiskriminierung und Alkoholwerbung

Diese Kampagnen kassieren eine Rüge vom Deutschen Werberat

Für diese Bierwerbung aus Traunstein gab es eine Rüge vom Werberat
© Deutscher Werberat
Für diese Bierwerbung aus Traunstein gab es eine Rüge vom Werberat
Der Deutsche Werberat spricht vier öffentliche Rügen gegen Unternehmen aus, die sich nicht an die Verhaltensregeln des Selbstkontrollorgans der deutschen Werbewirtschaft gehalten haben. Dabei geht es dreimal um die Diskriminierung von Frauen - und einmal um Bier.
Eine öffentliche Rüge gab es für eine Anzeige des Bestattungsunternehmens Häusler aus dem bayerischen Neumarkt-Holzheim. Dieses hatte mit einer Frau in einem Bunny-Kostüm für eine Stellenausschreibung geworben. Während das werbende Unternehmen zu der Anzeige steht, weil sie die Betrachter zum Lachen bringe, sah der Werberat die Grenzen zur herabwürdigenden Werbung überschritten.
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Auch bei Rüge Nummer zwei geht es um die Darstellung einer Frau in einer Werbung. Die Einhorn Werke aus Heidesee in Brandenburg habe mit einer Online-Werbung den Eindruck erweckt, die Frau sei wie die Wand "schmückendes Beiwerk", begründet der Werberat seine Rüge. Dadurch werde sie zum Objekt degradiert - daran könne auch die ästhetische Art der Darstellung nichts ändern.
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Aller sexistischen Dinge sind drei: Die ASR GmbH & Co.KG, ein Unternehmen für Autoteile aus Coswig in Sachsen-Anhalt, hat ein Plakat platziert, das ausschnittsweise die Rückseite einer Frau in leicht nach vorn gebückter Haltung mit knappen Shorts zeigt. Die Headline lautete: "Wir haben bestimmt auch ihren Typ". Werbungen wie diese reduzierten Frauen auf ihre Sexualität und seien daher herabwürdigend, urteilt der Werberat mit Verweis auf seine Verhaltensregeln gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen.

Die Rüge ist in diesem Fall besonders interessant - denn ASR wird von zwei Frauen geführt. Die konnten an der Art ihrer Kommunikation offensichtlich nichts Verwerfliches erkennen. Das Unternehmen hatte sich, nachdem der Werberat um Stellungnahme gebeten hatte, bereit erklärt, das Motiv von der unternehmenseigenen Internetseite zu entfernen. An dem Plakat wollten die Geschäftsführerinnen jedoch festhalten. Begründung: Es werde schließlich "ein Fahrgestell" gezeigt.
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Rüge Nummer vier führt wieder nach Bayern, genauer gesagt nach Traunstein. Das dort ansässige Hofbräuhaus geriet nach 2017 erneut ins Visier des Werberates, diesmal allerdings nicht wegen Sexismus. Eine unter anderem auf Bierdeckeln gezeigte Abbildung verstößt nach Ansicht des Werberates gegen die Verhaltensregeln für eine verantwortungsvolle Alkoholwerbung. Man sieht darauf ein sich umarmendes Paar, dazu den Satz "Hilft in Sekunden – wirkt für Stunden". Das erwecke den Eindruck, dass sich Bierkonsum positiv auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau auswirkt, so der Werberat in der Begründung.
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"Hier geht es nicht darum, den 'Einzelmeinungen scheinheiliger Moralisten zuzustimmen', wie dem Werberat von der Brauerei vorgeworfen wurde", so eine Sprecherin des Gremiums. "Alkoholkonsum darf in der Werbung weder als Problemlöser, noch als Schlüssel für Glücksmomente angepriesen werden." ire
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