Förderpreise

Was Branchentalente für die HORIZONT-Stiftungspreise mitbringen sollten

   Artikel anhören
Gabriele Eick ist Mitglied des Stiftungsrates der HORIZONT-Stiftung
Gabriele Eick ist Mitglied des Stiftungsrates der HORIZONT-Stiftung
Die Bewerbungsphase für die Preise der HORIZONT-Stiftung 2022 läuft. Die Mitglieder des Stiftungsrates erklären, was Branchentalente an Fähigkeiten und Profil mitbringen sollten, wenn sie sich um Förderpreis oder Stipendium bewerben. 
Gabriele Eick stellt zunehmend fest, dass "es gerade im digitalen Zeitalter einen Hang zur verkürzten, mitunter ausdrucksschwachen Sprache gibt". Umso mehr achtet die langjährige Managerin, unter anderem bei Burson-Marsteller und Dresdner Bank, bei Nachwuchskräften in Marketing, Medien, Kreation darauf, dass "sie sich gut artikulieren und treffend formulieren können". 

Eick ist seit mehreren Jahren Mitglied des Stiftungsrats der HORIZONT-Stiftung. Gegründet 2016, widmet sie sich der Förderung von Talenten auf dem Weg in die Kommunikations-, Medien- und Werbebranche. 2007 wurden zum ersten Mal mit Preisgeld dotierte Auszeichnungen vergeben. Bewerberinnen und Bewerber stehen zwei Kategorien offen: Das Stipendium wendet sich an jene, die ein branchenbezogenes Studium oder eine Aus-/Weiterbildung absolvieren und nicht älter als 30 Jahre alt sind. Hier sind vor allem Persönlichkeit, Profil und Pläne der Kandidaten gefragt. Beim Förderpreis geht es hauptsächlich um die Qualität von Projekt- und Forschungsarbeiten, zum Beispiel Masterthesis oder Dissertation, und ihre Relevanz für die Praxis. 

Bislang hat die HORIZONT-Stiftung 16 Stipendien und 15 Förderpreise an Einzelpersonen vergeben sowie Teams der Universität Münster (2007) und der Universität Erfurt (2020) prämiert. Am 13. Oktober 2021, wenn die "Männer und Frauen des Jahres" den HORIZONT-Award entgegennehmen, stehen auch die Macher von morgen auf der Bühne. Nahezu 100 junge Menschen haben sich dieses Mal für den Nachwuchspreis beworben.  Einreichungen werden, wie bei einer Job-Bewerbung, gesichtet und beurteilt. Die wichtigsten Kriterien sind in der online zugänglichen Ausschreibung (siehe Kasten) benannt. Am Ende entscheidet der Stiftungsrat, bestehend aus einem Dutzend berufserfahrener, erfolgreicher Persönlichkeiten aus Medien, Marketing, Agenturen, darüber, wer Preisträger/in wird. "Das persönliche Profil sollte erkennbar sein, auch Zielstrebigkeit, ohne festgefahren zu sein, und gerne Eigenwilligkeit im positiven Sinne", betont Gabriele Eick. 

Die Inhaberin der Executive Communications Beratung für synchronisierte Unternehmenskommunikation erinnert sich zum Beispiel mit Freude an Luisa Häußer (damals Münch), die bei den HORIZONT-Awards 2018 mit ihrem Poetry-Slam "Wortgewalt" bleibenden Eindruck hinterließ. Die junge Frau hatte gerade das Stipendium der Horizont-Stiftung bekommen, Eick die Lobesrede gehalten. "Sie hat nicht nur mich unglaublich begeistert, weil sie ihre Kreativität auf beste Weise ausschöpft", so die Laudatorin über Häußer, die damals schon neben- und heute hauptberuflich als freie Texterin & Konzeptionerin tätig ist. Selbstständig arbeiten, sich ausprobieren, neugierig und risikofreudig sein, das kommt an. "Wenn Nachwuchskräfte uns das Gefühl vermitteln, dass Unternehmertum in ihnen steckt, dann sollten wir sie unterstützen. Wir brauchen mehr denn je junge Leute, die sich was trauen und nicht nur auf vermeintliche Sicherheit setzen", sagt Eick. 

Ähnlich argumentiert ihr Stiftungsratskollege Carsten Rasner, im Hauptberuf Direktor der Steinbeis School of Management + Innovation. Er achtet auf "performante Andersartigkeit", sprich: "Mir geht es darum, dass wir nicht typische, stromlinienförmige Karriere- und Bildungswege belohnen, sondern die Mühe und den Mut, andere, neue Wege zu gehen und dabei Großartiges zu leisten." Wenn er sich an die Preisträger der vergangenen Jahre und deren hervorstechende Eigenschaften erinnert, dann fällt ihm der Begriff "Weitblick" ein. Das seien junge Menschen gewesen, die "verantwortungsvoll an die Zukunft denken". Und: Interdisziplinarität. Darauf achtet der Juror, "weil nur so komplexe Probleme gelöst werden können".  In den eineinhalb Dekaden, seit Stipendien und Förderpreise vergeben werden, haben sich der Arbeitsmarkt und vielerorts auch die Unternehmenskultur gewandelt. "Die junge Generation will sich entfalten, sucht berufliche Positionen, die Freiraum und Teamarbeit bieten", stellt Gabriele Eick fest. Nicht mehr das höchste Gehalt sei ausschlaggebend, und Statussymbole wie schickes Auto oder teure Tasche verlieren an Bedeutung. "Bewerberinnen und Bewerber schauen genau hin, für welche Werte eine Marke steht und wie es um die Unternehmenskultur bei möglichen Arbeitgebern bestellt ist", so Eick. 

So wie sich die Anforderungen an den Fach- und Führungsnachwuchs verändern, so wandeln sich umgekehrt auch die Erwartungen der Mitarbeiter an Unternehmen. Erst recht bei ungewohnter Angebot-Nachfrage-Situation. Es entwickelt sich zunehmend ein Arbeitnehmer-Markt, weiß Steinbeis-Direktor Rasner: "Exzellente Talente sind hart umkämpft. Das weiß die gesamte Branche. Und die Top-Talente wissen, wie begehrt sie sind." 
Bewerbung für 2022 läuft
Die Stiftungspreise für 2021 werden am 13. Oktober dieses Jahres in Frankfurt vergeben. Derweil hat die Ausschreibung für 2022 bereits begonnen. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 30. September 2021. Es wird ein Preisgeld von mindestens 15.000 Euro ausgezahlt. Wiederum sind zwei Kategorien geöffnet: Das Stipendium trägt zur Finanzierung eines branchenbezogenen Studiums oder entsprechender Aus-/Weiterbildung bei, Kandidaten dürfen nicht älter als 30 Jahre sein. Der Förderpreis zeichnet herausragende Forschungs- und Projektarbeiten aus der beruflichen Praxis sowie akademische Abschlussarbeiten aus (Altersgrenze: 32 Jahre). 

Bewerbungen bitte an:

HORIZONT-Stiftung, Martina Vollmöller,
Mainzer Landstraße 251, 60326 Frankfurt am Main
E-Mail: martina.vollmoeller@dfv.de 
Weitere Infos unter: horizont-stiftung.de/ausschreibung/
    stats