FMCG-Ranking von OC&C

Nestlé thront weiter an der Spitze

Die Zentrale von Nestlé in Vevey
© Nestlé
Die Zentrale von Nestlé in Vevey
Auf den ersten Blick wirkt die Bilanz beeindruckend. Die Konsumgüterhersteller haben ihren Umsatz im vorigen Jahr im Durchschnitt um 5,7 Prozent steigern können. Das ist der beste Wachstumswert seit 2011 in dem von der Strategieberatung OC&C erhobenen FMCG-Ranking. Bei genauerer Betrachtung relativiert sich die Aussage allerdings. Denn das Plus resultiert zu einem wesentlichen Teil aus Zukäufen, vor allem in der Getränke und Tabakindustrie.
Rechnet man die Akquisitionen heraus und betrachtet allein das organische Wachstum, liegt dies mit durchschnittlich 2,6 Prozent ziemlich genau auf Vorjahresniveau. "Das grundlegende Problem vieler FMCG-Giganten ist weiterhin akut: Das organische Wachstum der 50 weltweit größten Unternehmen liegt unterhalb des Branchendurchschnitts. Mit M&A-Deals gehen viele große Konsumgüterproduzenten diese Herausforderungen aktiv an und stellen zumindest Umsatzwachstum sicher", sagt Christoph Treiber, Partner bei OC&C und Autor der Studie. Die Anzahl der Transaktionen hat im Vergleich zu 2016 um mehr als 45 Prozent zugenommen – von 41 auf 60. Das Gesamtvolumen dieser Deals beziffert OC&C auf 145 Milliarden US-Dollar.

Aus Deutschland hat es wieder nur Henkel in die Rangliste geschafft. Das Düsseldorfer Unternehmen konnte seinen Umsatz im vorigen Jahr um 9 Prozent steigern und klettert von Platz 38 auf Position 31. Auch hier erklärt sich die gute Entwicklung nicht zuletzt durch Akquisitionen. So hat Henkel 2017 unter anderem die Hersteller von Haarpflegeprodukten Nattura Laboratorios (Mexiko) und Zotos International (USA) übernommen. Darex Packaging Technologies und Sonderhoff gehören ebenfalls zu den erworbenen Firmen.

An der Spitze des Rankings gibt es keine Veränderungen. Unangefochten an der Spitze steht Nestlé, gefolgt von Procter & Gamble und Pepsico. Alle drei sind zuletzt aber gar nicht oder kaum gewachsen. Auch Unilever auf Platz 4 kann nur geringfügig zulegen. Die Gründe für die schwierige Situation sind laut OC&C vielfältig und reichen von schwindenden Skaleneffekten im Marketing bis hin zu gesellschaftlichen Veränderungen wie neuen Lebensstilen und veränderter Attraktivität von Arbeitgebern. "Größere Marketingmaßnahmen konnten sich früher nur FMCG-Giganten leisten. Das akkurate Targeting in digitalen Kanälen hat diese Skalenvorteile marginalisiert", findet Studienautor Treiber. Zudem wächst die Konkurrenz durch lokale und kleinere Marken.

Positiv hat sich die Rendite entwickelt. Nicht zuletzt mit Sparmaßnahmen haben es die Top-Unternehmen geschafft, die Profitabilität wieder zu steigern – das erste Mal seit drei Jahren. Die durchschnittliche Marge liegt bei 17,2 Prozent des Umsatzes, das entspricht einem Plus von 0,7 Punkten. Die höchste Rendite fahren traditionell die Tabakkonzerne ein. Einige von ihnen erreichen Werte von 40 Prozent und mehr. mam

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