Fernbus-Markt

BlaBlaBus attackiert FlixBus mit Tiefpreis-Offensive

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Blablacar greift im deutschen Fernbus-Markt an
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Blablacar greift im deutschen Fernbus-Markt an
BlaBlaBus verschärft den Wettbewerb auf dem deutschen Fernbus-Markt. Das 2019 in Deutschland an den Start gegangene Unternehmen bietet derzeit wieder Fahrten für 99 Cent an. Das Angebot, das auf Online-Motiven beworben wird, gilt für 60 innerdeutsche Verbindungen und kann noch bis zum 31. März in Anspruch genommen werden.
Bereits zum Deutschlandstart hatte BlaBlaBus Tickets für 99 Cent angeboten. Weil die Niedrigpreis-Aktion seinerzeit sehr gut angenommen wurde, bekommt sie nun eine Neuauflage, wie ein Sprecher von BlaBlaBus auf Nachfrage erklärt. "BlaBlaBus ist in Deutschland noch ziemlich jung, daher möchten wir mehr Reisenden die Möglichkeit geben BlaBlaBus kennenzulernen sowie bezahlbar und umweltfreundlich zu reisen. Ziel ist es unsere Expansion weiter fortzusetzen."


Neben dem Preis will BlaBlaBus die Verbraucher noch mit einem weiteren Argument überzeugen: Günstige Preise sollen für eine hohe Auslastung der Busse sorgen, wodurch die CO2-Emissionen pro Passagierkilometer reduziert werden können. Die Strategie mit dem Titel "Zero Empty Seats" hatte der BlaBlaBus-Betreiber BlaBlaCar im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, ab 2023 6,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen.
BlaBlaBus wirbt für die Aktion mit Online-Anzeigen
© BlaBlaBus
BlaBlaBus wirbt für die Aktion mit Online-Anzeigen
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Wir bieten Reisenden das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis auf der Langstrecke", sagt Christian Rahn, General Manager BlaBlaCar Deutschland. "Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen mit unserem umweltfreundlichen Angebot zu erreichen sowie leere Sitzplätze zu füllen, um die Emissionen pro Fahrgast weiter zu reduzieren. Indem wir unsere Busse primär auf Hauptverkehrsachsen einsetzen und unser Netzwerk auf Teil- und Nebenstrecken sehr gut durch unser BlaBlaCar Angebot ergänzt wird, können wir auch mit Blick auf den Wettbewerb besonders attraktive Preise machen." Der Ausbau des Marktanteils ist für BlaBlaBus gleichwohl eine Herkulesaufgabe. Der hiesige Markt wird von FlixBus dominiert, das einen Marktanteil jenseits der 90 Prozent hat. Außerdem wirbt auch der Marktführer mit dem Thema Nachhaltigkeit für sein Angebot. Erst kürzlich hat FlixBus eine entsprechende Werbeoffensive gestartet.

Die Kampagne zeigt: Nicht nur bei der Anzahl der Personenkilometer, auch bei den Werbespendings spielen FlixBus und BlaBlaBus in unterschiedlichen Ligen. FlixMobilty hat seine Brutto-Werbeinvestitionen 2019 laut Nielsen um mehr als 40 Prozent auf rund 2,3 Millionen Euro gesteigert. Comuto Pro Sasu, das französische Mutterunternehmen hinter BlaBlaCar und BlaBlaBus, hat der Nielsen-Datenbank zufolge im vergangenen Jahr hingegen nur 123.000 Euro brutto für Out of Home-Werbung ausgegeben.


Hierbei muss man zwar immer im Hinterkopf haben, dass Nielsen nicht die Spendings in sozialen Netzwerken abdeckt. Dennoch: Die Kräfteverhältnisse im deutschen Fernbusmarkt sind - Stand jetzt - sehr klar. ire
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