Farts of Change

Warum Michel Gondry für Burger King ein heiteres Musikvideo über Kuhfürze macht

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In dem Musikvideo lässt Michel Gondry seinen Star die klimaschädlichen Gase bis in die Atomsphäre verfolgen
© Burger King
In dem Musikvideo lässt Michel Gondry seinen Star die klimaschädlichen Gase bis in die Atomsphäre verfolgen
Als die Scorpions noch über die "Winds of Change" sangen, hätten sie sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass irgendwann einmal Burger King die "Farts of Change" besingen lassen würde. In seiner neuen US-Kampagne "Cows Menu" tut die Fastfood-Kette genau das und lässt ihren Anal-Humor von dem Kultregisseur Michel Gondry in einem farbenfrohen Onlinefilm inszenieren. Denn der Auftritt soll nicht nur ein Marketing-Stunt sein, sondern auch ein ernsthaftes Projekt zur Reduktion der Klimabelastung durch die Fleischproduktion.
Mit der neuen Kampagne, die in den USA nicht nur Online sondern auch im Fernsehen beworben wird, will sich Burger King einer weiteren Diskussion stellen, die mit ihren Produkten verbunden ist. Unbestritten ist, dass die globale Fleischproduktion auch einen erheblichen Anteil an der Entstehung klimaschädlicher Gase hat.


Laut einer UN-Studie stammen 15 Prozent aller klimaschädlicher Gase aus dem Verdauungstrakt von Nutzvieh. Um klimafreundliche Whopper anbieten zu können, ließ das Unternehmen von Wissenschaftlern eine Rindernahrung auf Zitronengrasbasis entwickeln, die die Methanproduktion im Verdauungstrakt der Tiere um 33 Prozent reduzieren soll.

Ähnlich wie schon beim Moldy Whopper stellte sich aber auch hier die Frage, wie Burger King seine originelle, aber definitiv unappetitliche Idee bewerben sollte. Die Kreativagentur We Believers, New York, entschied sich für eine Zusammenarbeit mit Werbefilmer Michel Gondry, der in einem zweiminütigen Video den elfjährigen Country-Sänger Mason Ramsey eine Ballade über das neue Kuhmenü singen lässt.


Die "Reduced Methane Whopper" werden aber nicht flächendeckend eingeführt, sondern sind nur in ausgewählten Restaurants in Miami, New York, Austin, Portland, Oregon und Los Angeles zu haben, so lange der Vorrat reicht. Für Burger Kings CMO Fernando Machado soll die eigens entwickelte Kuhnahrung aber mehr sein als nur ein Kampagnen-Gag: "Wir hoffen, dass die Menschen verstehen, das Nachhaltigkeit eine Reise ist, bei der wir miteinander zusammenarbeiten müssen. Und in diesem speziellen Fall hat Burger King eine mögliche Lösung für ein sehr reelles Problem gefunden."

Das Unternehmen teilt daher alle Forschungsergebnisse mit der Öffentlichkeit in der Hoffnung, dass auch andere Fleischproduzenten auf diese Weise die Klimabelastung reduzieren. Ob dieses neu entwickelte Futter allerdings mit dem Kostendruck in der Massentierhaltung tatsächlich vereinbar wäre, ist eine völlig andere Frage. cam
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