Fan-Typologie

Knapp zehn Prozent der Fußball-Anhänger sind manische Fans

Lediglich fünf Prozent der Fans gehen regelmäßig ins Stadion
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Lediglich fünf Prozent der Fans gehen regelmäßig ins Stadion
Etwa jeder zehnte Fußballfan ist von seinem Lieblingsverein geradezu besessen. Das geht aus der Fantypologie der Mediaagentur Carat hervor. Die Studie zeigt auch: Je höher die Identifikation der Fans, desto positiver reagieren sie auch auf die Sponsoren ihres Clubs. 
Die Fantypologie von Carat unterscheidet zwischen vier verschiedenen Fantypen: Zur Gruppe der manischen Fans gehören 9 Prozent der Anhänger. Jeder dritte Fan zählt zu den Leidenschaftlichen (32 Prozent), jeder Vierte ist ein Sympathisant (24 Prozent) und 15 Prozent sind Affine. 


Für die manischen und die leidenschaftlichen Fans gehört das Spiel am Samstagnachmittag zum Pflichtprogramm. Diese beiden Gruppen verfolgen auch die Nachberichterstattung intensiv. Die Sympathisanten geben sich in der Regel mit der Zusammenfassung der Spiele in der Sportschau zufrieden, die lediglich Fußball-Affinen haben dagegen nur begrenztes Interesse an der Berichterstattung im Fernsehen. 

Regelmäßig ins Stadion gehen übrigens nur 5 Prozent der Fußball-Anhänger, 42 Prozent sehen sich die Spiele zumindest gelegentlich vor Ort an. Das Fernsehen ist immer noch das beliebteste Medium, um Spiele live zu verfolgen: Jeder zweite Fan verfolgt die Spiele im TV, etwa jeder Fünfte nutzt Internetangebote oder Radioübertragungen, 12 Prozent Apps. Insgesamt steigt laut Carat die Bedeutung von Streamingdiensten wie Sky Go, DAZN, aber auch der Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender. 


Außerdem hat Carat die Wahrnehmung von Markenwerbung bei den unterschiedlichen Fantypen analysiert. Dabei zeigt sich: Je leidenschaftlicher Fans bei der Sache sind, desto offener sind sie auch für Markenwerbung mit Fußballbezug. 68 Prozent der manischen Anhänger nehmen Produktwerbung mit einem Fußballer oder anderen Prominenten von einem der Bundesligisten stärker wahr. 51 Prozent dieser Fans beurteilen derart beworbene Produkte als sympathischer und 45 Prozent würden diese eher kaufen. Bei den Sympathisanten und Affinen wirken sich prominente Gesichter geringfügiger auf die Wahrnehmung aus. 
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Bei den manischen Fans nimmt eine große Mehrheit von 80 Prozent Marken positiv wahr, die ihren Verein als Sponsor unterstützen. Bei den leideschaftlichen Fans liegt der Anteil bei 65 Prozent, bei den Sympathisanten bei 46 Prozent und bei den Affinen nur noch bei 30 Prozent. 

Insgesamt kann man sagen, dass sich das werbliche Engagement von Unternehmen bei allen vier Fan-Typen positiv auf Sympathie, Interesse und Glaubwürdigkeit auswirken. Auch die Kaufbereitschaft für die Produkte des Sponsors ist größer ausgeprägt, je mehr sich ein Fan mit seiner Mannschaft identifiziert. 

"Das Sponsoring von Bundesliga-Vereinen wirkt sich positiv auf die Markenwahrnehmung der Fans aus", erklärt Jens Erichsen, Managing Director Carat Deutschland: "Die Herausforderung für Werbetreibende besteht darin, in der Dichte von Bundesliga-Sponsoren eine nachhaltige und authentische Aktivierung herzustellen. Welche Umfelder und Maßnahmen in welcher Kombination bei welchen Vereinen für unterschiedlich involvierte Fan-Gruppen wirken, darüber gibt die Fantypologie von Carat Auskunft." 

Für die Carat Fantypologie hat die Agentur rund 6000 Deutsche zum Thema Fußball befragt, darunter 2700 Fußball-Interessierte. dh
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