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Facebook Pay startet zunächst in den USA
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Facebook Pay

Facebook bündelt Bezahlfunktionen seiner Plattformen unter neuer Marke

Facebook Pay startet zunächst in den USA
Dass Facebook die Nutzer seiner Plattformen und Dienste verstärkt zum Einkaufen verführen will, hat bereits im Frühjahr die Einführung der Checkout-Funktion bei Instagram gezeigt. Seitdem können die Nutzer direkt in der Instagram-App shoppen. Welch hohe Priorität das Thema Payment im Zuckerberg-Konzern genießt, zeigt eine Ankündigung vom Dienstagabend. Facebook wird sämtliche Bezahlfunktionen seiner Dienste unter einer neuen Marke bündeln - Facebook Pay.
von Marco Saal Dienstag, 12. November 2019
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Facebook-Mitglieder können bereits seit 2007 auf dem Social Network Geld loswerden. Inzwischen können Nutzer über die Apps des Unternehmens, das derzeit auch eifrig an seiner eigenen Digitalwährung Libra bastelt, nicht nur einkaufen, sondern auch spenden und sich gegenseitig Geld schicken. Neu ist, dass Facebook für all seine Plattformen - also neben Facebook auch den gleichnamigen Messenger sowie Instagram und WhatsApp - mit Facebook Pay eine einheitliche Marke schafft und sämtliche Bezahlfunktionen unter diesem Dach bündelt.



Mit diesem Schritt macht Facebook nicht nur das Bezahlen für den Nutzer auf all seinen Plattformen einfacher. Auch der Umstand, dass Instagram, Messenger und Whatsapp zu Facebook gehören, wird hervorgehoben. Womit die zuletzt vor allem gegenüber Instagram etwas in Mitleidenschaft gezogene Marke Facebook wieder gestärkt werden dürfte.

Wie Deborah Liu, Vice President Marketplace & Commerce, in einem Blogeintrag ankündigt, wird Facebook Pay in dieser Woche zunächst in den USA auf Facebook und dem Messenger eingeführt. Mit dem Bezahldienst sind im ersten Schritt Spendenaktionen, In-Game-Käufe, persönliche Zahlungen im Messenger sowie der Kauf von Veranstaltungstickets möglich. Zudem sollen Nutzer bei ausgewählten Seiten und Unternehmen auf dem Facebook-Marktplatz einkaufen können. Dabei arbeitet das Unternehmen mit den gängigen Kredit- und Debitkarten-Anbietern sowie mit PayPal zusammen. 


Doch das war längst noch nicht alles. "Im Laufe der Zeit planen wir, Facebook Pay für mehr Menschen und Orte bereitzustellen, auch für die Verwendung in Instagram und WhatsApp", kündigt Lui etwas verklausuliert den weltweiten Rollout an.

Die Messlatte liegt hoch: Liu verspricht Nutzern von Facebook Pay eine Zahlungserfahrung, die nicht nur komfortabel ist, sondern auch sicher und die vor allem konsistent auf Facebook, Messenger, Instagram und WhatsApp funktioniert. "Facebook Pay vereinfacht Transaktionen und stellt gleichzeitig sicher, dass Zahlungsinformationen sicher und geschützt sind", verspricht die Managerin des Unternehmens, das in den letzten Jahren gleich mit mehreren Datenskandalen in die Schlagzeilen geriet.

Doch auf Kritik ist Facebook vorbereitet. Das Unternehmen bemüht sich redlich, Zweiflern von Anfang an den Wind aus den Segeln zu nehmen. So sollen Karten- und Bankkontonummern bei Facebook Pay verschlüsselt werden, beteuert das Unternehmen. Zudem will Facebook "nicht autorisierten Aktivitäten" mit einem eigens entwickelten Anti-Fraud-Monitoring einen Riegel vorschieben. "Sie können auch eine PIN hinzufügen oder die biometrischen Daten Ihres Geräts, wie etwa die Erkennung von Berührungs- oder Gesichts-IDs, verwenden, um beim Senden von Geld oder beim Ausführen einer Zahlung eine zusätzliche Sicherheitsebene zu schaffen", sagt Liu. Facebook selbst werde die biometrischen Daten weder empfangen noch speichern. Zudem baue Facebook Pay auf der bestehenden Finanzinfrastruktur und Partnerschaften auf und sei von der Calibra-Brieftasche getrennt, die im Libra-Netzwerk ausgeführt wird. mas

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