Exklusive Partnerschaft

Deutsche Telekom kapert E-Scooter von Lime

Telekom-Mitarbeiter können künftig auf dem Bonner Campus Lime-Scooter nutzen
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Telekom-Mitarbeiter können künftig auf dem Bonner Campus Lime-Scooter nutzen
Es ist die erste Industrie-Kooperation dieser Art für Lime: Der E-Scooter-Verleiher hat sich mit der Deutschen Telekom zusammengetan. Wie das US-Unternehmen heute mitteilt, stattet es den Bonner Campus der Telekom künftig mit der dritten Generation seiner elektrisch betriebenen Tretroller aus, inklusive Ladestationen und Co-Branding auf den Geräten.

Mitarbeiter der Deutschen Telekom dürfen künftig in Bonn kostenlos mit den E-Scootern von Lime von A nach B fahren. Dahinter steckt eine exklusive Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen. Ab heute wollen sie drei Monate lang testen, wie ein solches Angebot für die Mitarbeiter aufgenommen wird - und dieses danach eventuell sogar ausbauen.



An insgesamt sechs Ausleihstationen können Telekom-Mitarbeiter künftig die Scooter ausleihen, gleichzeitig fungieren die Stationen auch als Aufladesäulen für die Geräte. Nach HORIZONT-Informationen denkt Lime darüber nach, solche Aufladestationen künftig auch in der Stadt einzusetzen, um Kritiker zu besänftigen. Seit die Roller im Juni auf deutschen Städten unterwegs sind, bemängeln sie oftmals rücksichtslos auf Gehwegen abgestellte Geräte.

„Wir wollen keine fahrende Litfaßsäule sein.“
Jashar Seyfi
Lime-Deutschlandchef Jashar Seyfi
© Lime
Lime-Deutschlandchef Jashar Seyfi
Aufgrund der Partnerschaft mit der Deutschen Telekom lässt Lime auf seinen E-Scootern in Deutschland erstmals ein Co-Branding zu. Unter dem Trittbrett und auf der unteren Lenkstange sind große Flächen mit dem charakteristischen Magenta-Farbton der Telekom lackiert. Dennoch will das Unternehmen seine freien Flächen auf den Rollern künftig nicht an Werbungtreibende verkaufen. "Wir wollen keine fahrende Litfaßsäule sein", sagt Limes Deutschlandchef Jashar Seyfi zu HORIZONT Online.


Auch die Wettbewerber hatten vor wenigen Wochen gegenüber HORIZONT Online mitgeteilt, keine Flächen vermarkten zu wollen. Die Unternehmen Circ, Voi und Bird gaben auf Nachfrage an, keine Werbeplätze verkaufen und dies auch künftig nicht planen zu wollen. Auch der Anbieter Tier teilte mit, werbefrei zu sein. "Gleichzeitig haben wir Partnerschaften mit dem Öffentlichen Nahverkehr, bei denen wir ein Co-Branding unserer Partner zulassen, etwa mit dem MVV in München", so ein Tier-Sprecher.

Lime-Scooter sind hierzulande in Berlin, Hamburg, Dresden, München, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und Frankfurt verfügbar. Das Unternehmen, das schon seit einigen Jahren Leihräder auf die Straßen gebracht hat, gilt weltweit als Marktführer für elektrisch betriebene Tretroller. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir uns in Deutschland ins Stadtbild integrieren möchten. Dazu gehört auch die enge Zusammenarbeit mit Kommunen und Unternehmen und die Weiterentwicklung von Mobilitätslösungen", so Seyfi.

Für Lime ist es übrigens nicht die erste Kooperation mit einem Unternehmen auf deutschem Boden: Erst vor wenigen Wochen verkündete der Verleiher eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Finanz-Start-up N26 an. Kunden der Smartphone-Bank bekommen die Fahrten mit einem Lime-Scooter seitdem mit 50 Prozent rabattiert. Die Preisaktion läuft bis zum 5. Dezember und gilt in elf europäischen Ländern. Ein Co-Branding hatte Lime für N26 nicht zugelassen. ron

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