European Football Benchmark

Borussia Dortmund ist der beliebteste deutsche Fußballklub, Bayern der meistgehasste

Statista hat im Rahmen der Studie auch die Imagewerte der deutschen Bundesligavereine untersucht
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Statista hat im Rahmen der Studie auch die Imagewerte der deutschen Bundesligavereine untersucht
45 Millionen Deutsche interessieren sich für Fußball. 36 Millionen davon sind Anhänger von mindestens einem Bundesligaverein, 15 Millionen gelten gar als "Hardcore-Fans", die sich mehrmals pro Woche mit ihrem Verein und dem beliebtesten Sport des Landes beschäftigen. Aber wie sind die Sympathien der Menschen eigentlich auf die Vereine verteilt? Statista hat genau das jetzt in der Studie "European Football Benchmark" untersucht - und kommt zu polarisierenden Ergebnissen.
Insgesamt wurden für die Studie, die laut Statista die erste ihrer Art in Europa ist, 15.000 Fans aller fünf großen europäischen Ligen (neben Deutschland noch England, Spanien, Italien und Frankreich) zu Fanverhalten, Vereinen und Sponsoren befragt. In puncto Sympathie gibt es dabei unter den deutschen Bundesligisten einen klaren Sieger: 52 Prozent der Befragten sind Anhänger von Borussia Dortmund oder halten die Schwarz-Gelben für sympathisch. Auf Platz 2 kommt der FC Bayern München mit 41 Prozent. Die Top 5 der sympathischsten Klubs komplettieren Borussia Mönchengladbach (31 Prozent), der 1. FC Köln (29 Prozent) und der SC Freiburg (28 Prozent).
European Football Benchmark
Der European Football Benchmark auf Statista.com bietet alle Ergebnisse der Befragung in einem interaktiven Online-Analyse-Tool. Insgesamt wurden dafür im Juni 2018 15.000 europäische Fußball-Fans über 18 Jahre befragt. Der European Football Benchmark bezieht seine Stichproben exklusiv von Cint, einer Panel-Plattform, die sich durch hohe Qualitätsstandards und gewissenhafte Kontrollen aller Prozesse auszeichnet. Alle Statista-Studien werden zudem vor, während und nach der Feldphase strengen Qualitätskontrollen unterzogen. Der Bundesliga-Report zum European Football Benchmark steht hier zum kostenlosen Download bereit.
Rekordmeister FC Bayern ist zwar der zweitbeliebteste Verein in Deutschland, gleichzeitig aber auch der meistgehasste. Im Ranking der unbeliebtesten Klubs landen die Münchner mit 41 Prozent klar an der Spitze. Mit deutlichem Abstand folgen RB Leipzig (28 Prozent), der Hamburger SV (27 Prozent) sowie Schalke 04 und der VfL Wolfsburg (je 25 Prozent) auf den Plätzen.

Fans von Werder Bremen sind politisch links, die von RB Leipzig eher rechts

Auch die politische Orientierung der deutschen Fußballfans hat Statista im Rahmen der "European Football Benchmark" untersucht. Die meisten Anhänger finden sich zwar in der politischen Mitte wieder, es gibt aber auch Ausschläge. 23 Prozent der Befragten sehen sich eher links, wobei vor allem die Werder-Bremen-Fans mit 36 Prozent herausstechen. Auch Fans von Hertha BSC (33 Prozent) und dem VfB Stuttgart (29 Prozent) verorten sich links der Mitte. Demgegenüber stehen 19 Prozent der Probanden, die angeben, politisch eher rechtsorientiert zu sein. An der Spitze der Vereinsfans steht dabei RB Leipzig (26 Prozent), dahinter folgen die Anhänger von Borussia Mönchengladbach (22 Prozent) und des 1. FC Köln (21 Prozent).


Des weiteren hat Statista das Image der einzelnen Bundesligavereine in einzelnen Kategorien analysiert. Während der SC Freiburg dabei am stärksten als "bodenständig" (55 Prozent) und "regional verwurzelt" (44 Prozent) wahrgenommen wird, verbinden die Befragten mit RB Leipzig insbesondere die Attribute "jung" (36 Prozent) und "dynamisch" (35 Prozent). Am emotionalsten wird der 1. FC Köln (31 Prozent) wahrgenommen, am traditionsreichsten der erstmals abgestiegene Hamburger SV (45 Prozent).

Hoffenheim und SAP mit dem besten Sponsorenfit

Im Hinblick auf den Sponsorenfit steht die TSG Hoffenheim mit SAP (96 Prozent Zustimmung unter den Vereinsunterstützern) am besten da. Das verwundert nicht, schließlich ist TSG-Mäzen Dietmar Hopp gleichzeitig Mitgründer des deutschen Softwareherstellers. Ebenfalls Werte von über 90 Prozent weisen der SC Freiburg und Schwarzwaldmilch (93 Prozent) sowie der VfL Wolfsburg und Volkswagen (90 Prozent) auf. Insgesamt bescheinigen lediglich die Fans von neun der 20 untersuchten zu mehr als drei Vierteln, dass sie finden, dass Hauptsponsor und ihr Klub gut zusammenpassen. Schlusslichter sind der SV Werder Bremen und der umstrittene Lebensmittelhersteller Wiesenhof (50 Prozent) sowie der FC Schalke 04 und das russische Erdgasförderunternehmen Gazprom (54 Prozent).

Dabei ist die Bekanntheit eines Sponsort nicht das entscheidende Kriterium für die positive Bewertung des Fits zum jeweiligen Bundesligaverein: Zwar weisen Sponsoren wie die Deutsche Telekom, Red Bull und Mercedes-Benz eine hohe Bekanntheit unter den Teilnehmern der Studie auf und werden gleichzeitig als passend zum entsprechenden Verein bewertet. Demgegenüber stehen aber auch regionale Marken wie Schwarzwaldmilch, die auf eine geringe allgemeine Bekanntheit kommen (24 Prozent), aber dennoch in puncto Sponsorenfit den zweitbesten Wert aufweisen.


Die gesamte Studie mit allen Ergebnissen aus Deutschland sowie den vier weiteren untersuchten europäischen Ligen gibt es hier zum kostenlosen Download. tt
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