Jung von Matt

So will E wie einfach die digitale Generation erreichen

E wie einfachs pielt in der Kampagne von JvM/Saga mit seinem Firmennamen
© E wie einfach
E wie einfachs pielt in der Kampagne von JvM/Saga mit seinem Firmennamen
Der Energieanbieter E wie einfach versucht einen Neustart. 2007 als Discount-Ableger des Eon-Konzerns für die bundesweite Versorgung privater Haushalte mit Strom und Gas gegründet, bläst das Unternehmen nun als Versorger für die mobile und digitale Generation zum Angriff. "Es gibt fast überall Challenger-Marken, nur im Energie-Sektor nicht. Das werden wir ändern", sagt Julian Lennertz, seit einem Jahr Bereichsleiter Marketing & Digital bei dem Kölner Anbieter.
Der neue Auftritt verfolgt neben Image- und Awareness-Vorgaben nicht zuletzt das Ziel, zusätzliche Kunden zu gewinnen. Offiziell kommuniziert das Unternehmen nicht, wie viele Verbraucher man mit Strom und Gas beliefert. Auf einschlägigen Portalen kursiert aber seit längerem die Zahl von 900.000 Verträgen. Marketer Lennertz sieht die Neuausrichtung jedoch nicht als Reaktion auf mögliche Absatzprobleme, sondern als "als strategische Weiterentwicklung, um noch erfolgreicher und besser zu werden". Um dieses Ziel zu erreichen, will das Unternehmen urbane Zielgruppen ansprechen, die digital geprägt sind. Zu deren typischen Wesensmerkmalen - das haben hausinterne Untersuchungen des Energieanbieters ergeben - gehören Individualismus, Selbstverwirklichung, Mobilität und Vernetzung.


Die Inszenierung dieser Eigenschaften steht auch im Mittelpunkt der neuen Werbekampagne. Der Auftritt setzt auf individuelle Ansprache und spielt dafür sogar mit dem eigenen Markennamen. In einem Vignetten-Spot treten verschiedene Protagonisten auf ("A wie Anna, B wie Ben, C wie Chris"), die ihre Haltung ebenfalls über einzelne Buchstaben formulieren: So heißt es beispielsweise "Wir sind F wie Fighter" oder "H wie Hedonisten". Am Ende des 80 Sekunden langen Spots steht die Botschaft: "Egal wie Du bist, wir sind #Deine Energie."

„Es gibt fast überall Challenger-Marken, nur im Energie-Sektor nicht. Das werden wir ändern.“
Julian Lennertz, E wie einfach
Die Kampagne hat die Hamburger Agentur Jung von Matt /Saga entwickelt. Sie hat sich das Mandat nach einem Pitch gesichert und tritt die Nachfolge des langjährigen Stammbetreuers Philipp und Keuntje an. "Es ist immer sehr spannend, den Relaunch einer Marke gestalten zu dürfen", erläutert Kreativchefin Dörte Spengler-Ahrens den Reiz der Aufgabe. Der Spot (Produktion: Tony Petersen Film) kommt online unter anderem in sozialen Medien zum Einsatz. Flankierend gibt es Bumper Ads, in denen mit Bundle-Angeboten für einen Anbieterwechsel geworben wird. Potenzielle Neukunden werden zum Beispiel mit einem Fitness-Tracker oder einer Lautsprecherbox geködert. Zusätzlich gibt es Plakatwerbung und PR-Aktionen. Für Media ist Wavemaker verantwortlich.

E wie einfach: Die neuen Kampagenmotive


Angaben zum Budget macht Lennertz nicht. Die Gesamtausgaben dürften sich aber etwa auf Vorjahresniveau bewegen. 2018 investierte E wie einfach brutto 4,2 Millionen Euro in klassische und digitale Werbung. Dass man dieses Jahr den Schwerpunkt auf den neuen Auftritt setzen will, sieht man schon daran, dass sich das Unternehmen mit seinen Werbeausgaben bislang zurückgehalten hat. Bis Ende Juni lagen sie 35 Prozent unter Vorjahresniveau. mam
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