Emarketer-Prognose

Drei Viertel der deutschen Digitalspendings landen 2019 bei Google und Facebook

Immer mehr Geld fließt in digitale Werbung - und hier vor allem an Google und Facebook
© Fotolia / Gina Sanders
Immer mehr Geld fließt in digitale Werbung - und hier vor allem an Google und Facebook
Die Verschiebung der Mediaspendings von den klassischen Medien in Richtung Digital geht ungebremst weiter. Laut einer Prognose von Emarketer werden Unternehmen in diesem Jahr ihre weltweiten Ausgaben für Onlinewerbung erneut deutlich steigern. Glaubt man der Marktforschungstochter von Axel Springer, dann wird 2019 erstmals jeder zweite Werbedollar digital ausgegeben. In Deutschland profitieren davon aber vor allem zwei Big Player - nämlich Google und Facebook. 
Auch wenn die Werbeindustrie etwas holprig ins Jahr gestartet ist, sind die Experten von Emarketer noch relativ entspannt. Laut der aktuellen Prognose des Marktforschers, der Mitte 2016 für 242 Millionen US-Dollar von Axel Springer übernommen wurde, werden die globalen Ad-Spendings auch 2019 wieder zulegen. Zwar sollen die Wachstumsraten in diesem Jahr bei den Gesamt- wie den Digitalspendings unter denen des Vorjahres liegen. Dies hat aus Sicht von Emarketer aber weniger mit Einsparungen als mit dem Transformationsprozess im Media-Business zu tun. Dieser habe zur Folge, dass viele Unternehmen in neue Bereiche wie Advertising-Technologie, Daten und E-Commerce investierten - Geld, das am Ende im Werbetopf fehlt. 


Obwohl die Unternehmen offenbar Werbegeld für andere Zwecke abzweigen, werden laut Emarketer die weltweiten Spendings für digitale Werbung in diesem Jahr erneut steigen - und zwar um 17,6 Prozent auf g
u
t 333 Milliarden US-Dollar. Dies bedeute, dass in diesem Jahr erstmals rund die Hälfte der weltweiten Werbeinvestitionen in Digital fließe, so Emarketer. 

Die Entwicklung auf Länderebene sieht freilich sehr unterschiedlich aus. Laut Emarketer ist Digital in Märkten wie Großbritannien, China und Kanada schon jetzt das dominante Werbemedium. Die USA, wo 2019 rund 54 Prozent der Werbeinvestitionen in Digital fließen sollen, und die Niederlande (52 Prozent) werden diesem exklusiven Club in diesem Jahr beitreten. 


In Deutschland stehen die klassischen Medien noch weitaus besser da als im weltweiten Vergleich. Laut Emarketer wird der Anteil der Digitalspendings hierzulande in diesem Jahr auf 36,7 Prozent klettern - das entspricht Gesamtinvestitionen in Höhe von 7,3 Milliarden Euro. Bemerkenswert ist, dass die hiesigen Medienhäuser am digitalen Erlösstrom kaum teilhaben. Laut Emarketer fließen nämlich beinahe drei Viertel der digitalen Werbegelder an den deutschen Verlagen und TV-Sendern vorbei - und landen bei Google und Facebook. mas
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