Channel

Offline einkaufen, digital bezahlen - die Kunden wollen in Zukunft mehr Möglichkeiten.
Imago / Westend61
Einkaufsverhalten

Wo und wie Kunden in Zukunft einkaufen

Offline einkaufen, digital bezahlen - die Kunden wollen in Zukunft mehr Möglichkeiten.
Online oder offline einkaufen - durch die Pandemie haben viele Konsumenten die Vor- und Nachteile beider Kanäle noch besser kennen- und schätzen gelernt. Eine aktuelle Studie von Shopify zeigt: Der stationäre Handel hat noch nicht ausgedient, muss sich aber anpassen. Zwar stieg der Anteil derer, die planen, nach der Pandemie sowohl online als auch offline einkaufen zu wollen. Die Mehrheit der Deutschen setzt jedoch auf das physische Einkaufserlebnis.
von Bettina Sonnenschein Mittwoch, 01. September 2021
Alle Artikel
X

Konkret handelt es sich um 26 Prozent, die in der Umfrage von Shopify (gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Angus Reid) angaben, im Anschluss an die Pandemie Online- und Offlinekanäle zum Einkauf nutzen zu wollen. Damit stieg der Anteil der Multikanal-Shopper spürbar: Vor der Pandemie lag ihr Anteil bei 18 Prozent. Gesunken ist hingegen der Anteil der Konsumenten, die lieber hauptsächlich im Geschäft vor Ort einkaufen möchten: Er lag vor der Pandemie 12 Prozentpunkte höher und beträgt jetzt noch 55 Prozent. Damit bleibt das persönliche Einkaufserlebnis dennoch die beliebteste Form bei den deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern.


Zugleich erwartet Shopify auf der Basis der Ergebnisse aber auch einen weiteren Anstieg des Online-Einkaufs: 19 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass sie nach der Pandemie eher online einkaufen würden, gegenüber 15 Prozent vor der globalen Krise.

Meist gelesen auf Horizont+
Auch in Sachen Bezahlmöglichkeiten scheint die Pandemie bleibende Auswirkungen zu haben. Die im Zuge der Maßnahmen für mehr Abstand geäußerten Bitten, kontaktlos zu bezahlen, haben anscheinend dazu geführt, dass die traditionell am Bargeld hängenden Deutschen auch für andere Zahlungsmöglichkeiten offener werden. Mit einem Rückgang der Bargeldzahlungen ist zu rechnen, da 53 Prozent der Käuferinnen und Käufer angeben, dass kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten zukünftig wichtiger sein werden als andere.

„Wir erleben einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie Menschen nach der globalen Pandemie einkaufen. Diese Renaissance des Einzelhandels zwingt Händler dazu, sich an neue Geschäftsmodelle anzupassen, da die Erwartungen der Kundinnen und Kunden an Komfort, Personalisierung, Erlebnis und Sicherheit steigen.“
Hagen Meischner
Gut ein Drittel (36 Prozent) der Befragten gab sogar an, dass sie in Zukunft eine völlig kontaktlose Kasse bevorzugen würden. Dazu gehören beispielsweise Funkkontakte oder der kontaktlose Self-Check-out. Allerdings: Das Bezahlen an der Kasse oder am Schalter beim Einkauf in einem physischen Geschäft bleibt auch hier wichtig, nämlich für 54 Prozent. 

Der Wunsch der Kunden nach mehr Verknüpfung von On- und Offlinehandel ist in der Studie ebenfalls zu erkennen. Zwei Drittel der Befragten möchten die Möglichkeit haben, sich einen Artikel nach Hause liefern zu lassen, wenn er im Geschäft nicht vorrätig ist. 50 Prozent wünschen sich, online entdeckte Produkte im Laden vor Ort abholen zu können. Darüber hinaus liegt der Anteil derer, die den Warenbestand eines Geschäfts erst online überprüfen wollen, bevor sie zum Shoppen losziehen, bei 69 Prozent. Auch zur Datenfreigabe wären viele bereit: 54 Prozent gaben an, dass sie sich wünschten, dass physische Einzelhandelsgeschäfte auf die persönliche Online-Einkaufshistorie zugreifen können.  

"Wir erleben einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie Menschen nach der globalen Pandemie einkaufen. Diese Renaissance des Einzelhandels zwingt Händler dazu, sich an neue Geschäftsmodelle anzupassen, da die Erwartungen der Kundinnen und Kunden an Komfort, Personalisierung, Erlebnis und Sicherheit steigen", kommentiert Hagen Meischner, Agency & Tech Partnerships Lead in EMEA bei Shopify die Studie.

Bei dem Softwareanbieter für den Onlinehandel ist man davon überzeugt, dass die Zukunft des Handels nicht nur online oder nur offline stattfindet, sondern in einer Mischform aus beidem. Entsprechend weitet Shopify derzeit auch sein Angebot für kleine und kleinste Händler aus, die ihr Geschäftsmodell in allen Kanälen betreiben wollen, und launcht eine integrierte Retail-Hardware und Payment-Lösung. Mit ihrer Hilfe lassen sich Online- und Offline-Transaktionen innerhalb des selben Systems abwickeln sowie Warenbestände verwalten. son

    stats