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Online-Shopping wird immer beliebter - das sollten sich die Händler im Weihnachtsgeschäft zu Nutze machen
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E-Commerce

Wie Corona das Einkaufsverhalten im Weihnachtsgeschäft beeinflussen wird

Online-Shopping wird immer beliebter - das sollten sich die Händler im Weihnachtsgeschäft zu Nutze machen
Nach den harten Einschnitten in den von der Corona-Krise geprägten Frühjahrs- und Sommermonaten setzen Händler in diesem Jahr noch größere Hoffnungen in das Weihnachtsgeschäft. Google hat in seiner Studie "Smart Shopper" zusammen mit Marktforscher Kantar jetzt untersucht, wie die Verbraucher 2020 online zum Fest shoppen wollen und die Ergebnisse mit denen aus den vergangenen Jahren verglichen. Auf dieser Grundlage hat Google vier Trends ermittelt, die das Weihnachtsgeschäft im E-Commerce in diesem Jahr prägen werden.
von Tim Theobald Sonntag, 06. September 2020
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1. Der Trend zum E-Commerce beschleunigt sich

Im Vergleich zur "Smart-Shopper"-Studie 2019 ist E-Commerce als bevorzugter Kanal der Verbraucher für ihre Einkäufe um 15 Prozent gestiegen. Dabei nutzen immer mehr Menschen ihr Smartphone: Insgesamt ein Viertel der Online-Einkäufe zwischen April und August 2020 haben die Menschen über ihre Mobiltelefone getätigt. Das entspricht einer leichten Steigerung im Jahresvergleich. Besonders ausgeprägt ist der Trend hin zum E-Commerce bei den Gebrauchsgütern: Hier gaben laut Google 23 Prozent der Befragten an, dass sie ausschließlich oder bevorzugt online einkaufen. Für 70 Prozent der Befragten macht es gar keinen Unterschied mehr, ob sie online oder offline einkaufen.
© Google
Für das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr prognostizieren die Studienmacher, dass der Anteil der Onlinekäufe, der 2019 bei 17 Prozent lag, in diesem Jahr noch ansteigen wird. Schließlich ist davon auszugehen, dass jene Kunden, die in der Corona-Zeit das erste Mal online geshoppt haben, dies auch weiter tun werden. Für den stationären Einzelhandel ergibt sich daraus die Herausforderung, den Kunden in den Geschäften noch mehr Mehrwert, Informationen und relevante Serviceangebote zu bieten. Ein wichtiger Aspekt dabei: die Verzahnung von Offline- und Online-Sales: Omnichannel-Angebote wie Reservierung oder Click&Collect könnten in diesem Zusammenhang noch mehr zum Wettbewerbsvorteil werden.

2. Die Customer Journey beginnt im Internet

Die Corona-Pandemie hat zudem dafür gesorgt, dass immer sich mehr Verbraucher online zu Produkten informieren. In diesem Jahr sind es 76 Prozent der Menschen, 2019 lag der Wert noch bei 65 Prozent. Die Folge: Produkte, die später offline gekauft werden, werden bereits in 42 Prozent der Fälle zuerst online entdeckt (+11 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr). Bei dem Absender der Studie ist es dabei wenig überraschend, dass Google und Youtube dabei wichtige Anlaufstellen sind, um Informationen über Produkte einzuholen.
© Google
Für den Handel ergibt sich laut Google die Chance, Informationen, Beschreibungen, Bilder und Videos zu und von seinen Produkten online bereitzustellen. So werden die Konsumenten bei ihrer Online-Recherche unterstützt und schließen ihre Customer Journey im Idealfall im stationären Handel ab.

3. Verbraucher sind offen für neue Angebote – und an mehr als nur dem Preis interessiert

Insbesondere weil die Menschen in der Phase des Lockdowns mehr Zeit zuhause verbracht haben und verstärkt aus dem Home Office arbeiten, ist das Internet noch mehr zum Ort für Inspiration, Zerstreuung und eben auch für die "persönliche Belohnung" in Form von Shopping-Erlebnissen geworden. Das gilt laut der Google-Studie besonders für Gebrauchsgüter wie Mode und Heimelektronik, aber auch für Möbel. Dabei zeigen sich die meisten Verbraucher loyal zu den ihnen vertrauten Händlern, sind aber auch offen für Neues: So geben in der Umfrage 20 Prozent der Befragten an, dass sie gegenüber neuen Marken, Plattformen und Anbietern aufgeschlossen seien.
© Google
Obwohl viele Menschen in der Corona-Krise stärker auf ihre Finanzen achten müssen, verliert die Suche nach dem günstigsten Angebot in Zeiten geschlossener Geschäfte leicht an Bedeutung. Wichtiger geworden ist dagegen die sofortige Verfügbarkeit von Produkten (25 Prozent gegenüber 13 Prozent im Jahr 2019).

4. Die Silver Surfen werden immer onlineaffiner

Lange waren die kaufkräftigen Silver Surfer - also die Über-55-Jährigen - Nachzügler in der Internetnutzung und damit auch in Sachen E-Commerce. Während der Corona-Pandemie hat jedoch keine Altersgruppe so stark ihr Onlineverhalten verändert wie diese Generation. Dabei sind die Silver Surfern neuen Händlern und Marken gegenüber besonders aufgeschlossen und für Werbung empfänglich: Bei 14 Prozent der Befragten aus dieser Altersgruppe wurde ein Kauf direkt durch eine Werbemaßnahme eingeleitet. Bereits über 9,5 Millionen Silver Surfer haben in diesem Jahr zum ersten Mal online eingekauft - eine große Chance auch für den stationären Einzelhandel, diese konsumfreudige Gruppe noch stärker mit passenden Omnichannel-Angeboten abzuholen. tt
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