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Amazon baut seine Vorherrschaft im E-Commerce weiter aus
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Über zwei Drittel des E-Commerce-Wachstums gehen auf das Konto von Amazon

Amazon baut seine Vorherrschaft im E-Commerce weiter aus
Die Amazonisierung des Handels schreitet weiter voran: Im vergangenen Jahr legte das das Geschäft mit E-Commerce um gut 15 Milliarden Euro zu - mehr als zwei Drittel davon entfallen auf den Online-Giganten aus Seattle. Das ist das Ergebnis von Berechnungen des Instituts für Handelsforschung in Köln (IFH).
von Ingo Rentz Montag, 05. Juli 2021
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Für die Untersuchung hat das IFH Köln die Zahlen des vom Handelsverband Deutschland herausgegebenen Online Monitors auf Bruttowerte umgerechnet. Zudem wurden im Zeitraum von Juli 2020 bis März 2021 in verschiedenen Befragungen insgesamt mehr als 6.000 Internetnutzer im Alter von 14-69 Jahren online befragt. Demnach ist der Handelsumsatz von Amazon, inklusive der auf dem Marktplatz erzielten Außenerlöse, im vergangenen Jahr um 11,4 Milliarden Euro gewachsen - das Unternehmen konnte damit in außerordentlicher Weise vom pandemiebedingten E-Commerce-Boom profitieren.

Das bedeutet, dass Amazon im ersten Corona-Jahr im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich jeden Tag um 31 Millionen Euro zugelegt hat. Der Anteil Amazons am deutschen Onlineumsatz lag im vergangenen Jahr damit bei 53 Prozent. Diese Zahlen verwundern nicht, wenn man bedenkt, dass laut IFH Köln 94 Prozent der Onlineshopper in Deutschland bei Amazon einkaufen. Bei Amazons Vorteilsprogramm Prime sind inzwischen 22 Millionen Kunden in Deutschland registriert, die für 70 Prozent der Umsätze stehen.
© IFH Köln
"Dass Amazon in der Krise voll durchstarten konnte, liegt vor allem an dem guten Fundament des Geschäfts, das im Krisenmodus gut skaliert werden konnte. Wenn über Jahre in eine funktionierende Basis investiert wurde, braucht es nur wenige Stellschrauben", sagt Eva Stüber vom IFH Köln. Das bedeutet auch, dass Amazon längst nicht mehr nur den Onlinehandel beeinflusst. Im gesamten Nonfood-Bereich etwa fließt bereits jeder zehnte Euro direkt an Amazon, weitere 25 Prozent des dort generierten Umsatzes werden von dem E-Commerce-Giganten zumindest beeinflusst, etwa durch Informationsrecherchen oder Preisvergleiche.

In der Kategorie Consumer Electronics & Elektro etwa haben nur 28 Prozent aller Umsätze nicht in irgendeiner Weise mit Amazon zu tun, während das Unternehmen selbst bereits 31 Prozent direkt abgreift. Im Bereich Wohnen und Einrichten sieht es dagegen noch ganz anders aus: Hier sind 65 Prozent der Umsätze von Amazon unabhängig, das Unternehmen selbst macht in diesem Segment nur 7 Prozent Umsatz.
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© IMAGO / Winfried Rothermel
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"Der Amazon-Reifegrad der einzelnen Nonfood-Branchen nimmt weiterhin zu. In fast allen Bereichen hat der Umsatz von Amazon oder der beeinflusste Umsatz ordentlich zugelegt", sagt Hansjürgen Heinick, E-Commerce-Experte des IFH Köln. "Für Händler heißt das vor allem, dass sie dringend eine Strategie zum Umgang mit Amazon benötigen." Die große Kundenbasis und die starke Marktposition sorgen zudem dafür, dass Amazon auch im Werbegeschäft immer weiter wächst: Die Retail-Media-Umsätze des Unternehmens betrugen im vergangenen Jahr hierzulande bereits rund 1,3 Milliarden Euro, ein Zuwachs von über 50 Prozent. ire
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