In Nettos neuer Kampagne kann Alexa zwar Saft bestellen, kommt aber mit den Preisen durcheinander
© Netto Discount/Youtube
In Nettos neuer Kampagne kann Alexa zwar Saft bestellen, kommt aber mit den Preisen durcheinander
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Es ist eine der ungewöhnlicheren Markenpartnerschaften, die aktuell im Fernsehen zu sehen sind. In Nettos neuer TV-Kampagne tritt erstmals Amazons Sprachassistent Alexa als Darsteller auf. Ob Amazon komplett glücklich über die Rolle seines digitalen Markenbotschafters sein kann, ist aber eine andere Frage. Denn in dem von Jung von Matt kreierten Spot spielt Alexa die Rolle der Ahnungslosen, die nicht wirklich die billigsten Preise kennt.

Dabei hat die Agentur die bisherige Kampagnenmechanik durchaus charmant in die digitale Welt übersetzt: Ein Mann fordert in seiner Wohnung Alexa auf, Albi-Orangensaft für 99 Cent zu bestellen. Als Alexa kontert: „Meintest du Albi-Orangensaft für 2,90 Euro?“, protestiert der Besitzer des Smart Speakers, dass das doch viel zu teuer sei. Alexas Antwort folgt prompt: „Dann geh doch zu Netto!“

Der 15-Sekünder, der den Online-Shop des Nürnberger Discounters stark in den Mittelpunkt stellt, ist gleich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen greift Netto ein Thema in seiner Werbung auf, das Konzernmutter Edeka derzeit noch komplett ausklammert. Zum anderen porträtiert der Film eine nahe Zukunft, die viele Händler als Schreckensszenario begreifen: Wenn Kunden ihren Einkauf an einen Sprachassistenten delegieren, der von einem der größten Onlinehändler der Welt kontrolliert wird.

Aber noch ist die Realität von der gezeigten Geschichte weit entfernt. Wer tatsächlich Alexa über einen Smart Speaker auffordert, Orangensaft zu bestellen, erntet erst einmal keine Reaktion. Denn es haben zwar schon mehrere Lebensmittelhändler eine Alexa-Skill programmieren lassen (so gibt es zum Beispiel ein Edeka-Quiz). Aber wer tatsächlich spontan bei einem Onlinehändler bestellen will, scheitert derzeit noch daran, dass der Voice Commerce bisher noch ohne sprachaktivierte Bezahlfunktion auskommen muss. Das höchste der Gefühle wäre also derzeit, Orangensaft per Sprachbefehl auf die Einkaufsliste zu setzen. cam




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