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Daimler wechselt seine Mediaagentur aus
Daimler AG
Dreistelliger Millionenetat

Daimler bündelt das Mediageschäft bei Omnicom

Daimler wechselt seine Mediaagentur aus
Der Autokonzern Daimler wechselt die Mediaagentur. Statt wie in den vergangenen Jahren von Publicis lässt sich das Unternehmen ab Januar 2019 künftig auch in Europa von Wettbewerber Omnicom Media Group betreuen. Das teilen die Stuttgarter am Dienstagabend via Presseerklärung mit. Damit kehren sich die Vorzeichen aus dem Auswahlverfahren für die internationale Steuerungs- und Adaptionsagentur von Anfang des Jahres um. Seinerzeit hatte Etathalter Omnicom (BBDO) das Nachsehen gegenüber Publicis.
von Mehrdad Amirkhizi Dienstag, 23. Oktober 2018
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Das Mandat umfasst weltweit mehr als 40 Märkte und alle Daimler-Geschäftsbereiche, also Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans, Daimler Trucks, Daimler Buses und Daimler Financial Services. Das Volumen bewegt sich im dreistelligen Millionenbereich. Die Schwerpunkte des Pitches lagen nach Auskunft des Unternehmens bei der Gestaltung der digitalen Transformation im Bereich Media. Ziel ist es, die Kunden und Interessenten der Konzernmarken noch präziser und individueller anzusprechen sowie Mediadaten noch konsequenter zu nutzen, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Darüber hinaus will man die eigenen Content- und Distributionsaktivitäten optimieren. Nicht zuletzt geht es um eine höhere Effizienz - oft eine andere Formulierung für Kosteneinsparungen.


„Unser Ziel ist es, im Automobil-Marketing der globale‚ digitale Champion zu sein, dafür die Prozesse und Entscheidungsgrundlagen im Marketing grundsätzlich neu aufzustellen und Kunden weltweit personalisiert und mit für sie relevanten Inhalten anzusprechen", sagt Natanael Sijanta, Leiter Marketingkommunikation Mercedes-Benz Cars. "Mit der Omnicom Media Group haben wir jetzt einen Media-Partner an Bord, der einen weiteren wichtigen strategischen Baustein in unserem Agenturzielbild besetzt und unsere digitale Performance maßgeblich mitprägen wird", so der Daimler-Manager weiter.

Auffällig ist: In der Mitteilung wird zwar der neue Netzwerkpartner Publicis Emil erwähnt, der sich offiziell seit Juli 2018 als Nachfolger von BBDO um die internationale Steuerung und Adaption der Mercedes-Kommunikation kümmert. Nicht genannt wird dagegen der bisherige europäische Mediaetathalter Fuel, der ebenfalls zur  Publicis-Gruppe gehört und eigens für die Betreuung von Daimler aufgebaut wurde. In anderen Märkten hat Daimler auch noch mit anderen Mediaagenturen zusammengearbeitet, in den USA beispielsweise mit OMD aus der Omnicom Media Group. Jetzt wird das gesamte Mandat bei Omnicom gebündelt. Einige Beobachter hatten damit gerechnet, dass sich der Autobauer nach der Netzwerkentscheidung auch in Sachen Media wieder an Publicis bindet. Offenbar wollten die Verantwortlichen aber nicht alle Eier in einen Korb legen und sich nicht zu sehr von einer einzelnen Agenturgruppe abhängig machen.


Das Auswahlverfahren wurde bereits im vorigen Jahr angestoßen. Begleitet wurde der Pitch von Accenture Media Management. Mit der Mediaentscheidung sind jetzt die internationalen Agenturbeziehungen geklärt, bevor im November die neue Mercedes-Marketingchefin Bettina Fetzer ihren Posten antritt. Neben Omnicom Media Group und Publicis Emil arbeitet die Kernmarke mit den drei Kreativagenturen Antoni (Europa), Merkley (USA) und BBDO (China) zusammen. mam
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