"Dream Crazier"

Nike und Serena Williams machen allen Frauen Mut

Erzählerin des Spots ist Tennisprofi Serena Williams
© Nike
Erzählerin des Spots ist Tennisprofi Serena Williams
Anlässlich der Oscars hat Nike die nächste Stufe der Jubiläumskampagne für den "Just Do It"-Claim gezündet: "Dream Crazier" soll allen Mädchen und Frauen Mut machen, ihre Ziele auch gegen gesellschaftliche Widerstände zu verfolgen. Erzählt wird die Geschichte von einer, die weiß, wie das geht: US-Trennisprofi Serena Williams.
Stellvertretend für viele andere Frauen beschreibt die 37-Jährige in dem Spot, mit welchen Urteilen man sich als Träumerin ausgesetzt sieht: Als "theatralisch" werde man beschrieben, auch als "verrückt", "wahnhaft", "verwirrt", "hysterisch" oder "irrational". Dabei wollen die Frauen, um die es in dem 90-Sekünder geht, nicht fliegen oder übers Wasser laufen. Sie wollen an Marathons teilnehmen, Emotionen zeigen, gegen Männer antreten oder nach einer Babypause stärker als zuvor zurückkommen - so, wie Serena Williams das selbst getan hat.
Die Botschaft der siebenfachen Wimbledon-Gewinnerin: "Wenn sie dich verrückt nennen wollen, in Ordnung. Zeig ihnen, wozu Verrückte in der Lage sind." Der Spot endet mit den eingeblendeten Worten: "Es ist so lange verrückt bis du es tust. Tu es einfach." Nike-Plus-Nutzer wurden bereits am frühen Sonntag per Mail über die Kampagne informiert. Premiere feierte das von Wieden + Kennedy kreierte Commercial dann am Abend während der Übertragung der Oscar-Verleihung.


Das Manifest der weiblichen Stärke, in dem neben Williams auch andere Athletinnen wie Simone Biles, Ibtihaj Muhammad, Chloe Kim, Caster Semenya und die Mitglieder des Frauenfußball-Nationalteams der USA vorkommen, ist praktisch die Steigerung der "Dream Crazy"-Kampagne aus dem vergangenen Jahr. Seinerzeit ging es ganz allgemein um scheinbar unerfüllbare sportliche Ambitionen. Frauen fällt es noch immer schwerer, diese zu verfolgen, weil sie sich nach wie vor gegen gesellschaftliche Widerstände durchsetzen müssen. Der erste "Dream Crazy"-Spot bekam auch deshalb so viel Beachtung, weil darin Football-Star Colin Kaepernick eine Rolle spielte - der Quarterback hatte zuvor eine Debatte über Rassismus und Unterdrückung von Afroamerikanern losgetreten, als er vor den Spielen bei der US-Hymne demonstrativ auf die Knie ging. Ob "Dream Crazier" eine ähnliche Wirkung entfachen kann, bleibt abzuwarten. Sollte dies nicht der Fall sein, würden einige das wahrscheinlich als Bestätigung dafür sehen, dass die Botschaft des Spot umso wichtiger ist.

Nike jedenfalls könnte positive Schlagzeilen gut gebrauchen. Denn zuletzt hatte der US-Sportartikler ein PR-Desaster am Hals: Ein viel versprechender Nachwuchs-Basketballer hatte sich bei einem Spiel verletzt, weil sich die Sohle seines Nike-Schuhs gelöst hatte. Anschließend gab sogar die Aktie des Unternehmens nach. ire
stats