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Warum Tina Müller für ihren Einstieg in die Apothekenkosmetik Krach mit den Herstellern riskiert

Douglas startet mit seiner Eppendorfer Pilotfiliale in ein neues spannendes Geschäftsfeld
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Douglas startet mit seiner Eppendorfer Pilotfiliale in ein neues spannendes Geschäftsfeld
Der neue Douglas-Shop in Hamburg Eppendorf soll ein „hyggeliges“ Ambiente verbreiten, doch die Ansage an den Wettbewerb ist alles andere als hyggelig. CEO Tina Müller macht Ernst mit der Expansion in neue Marktsegmente und der Ansprache neuer Zielgruppen. Dafür riskiert sie  sogar Krach mit den Herstellern. Denn in dem neuen Ladenkonzept Douglas PRO sind Medical Beauty Produkte ein wichtiger Teil des Sortiments. Diese Produkte werden bisher von den Herstellern allerdings bewusst über Apotheken vertrieben.

Noch ist der neue Douglas-Laden in Eppendorf offiziell eine Pilot-Filiale, doch das Konzept passt perfekt zur Comeback-Strategie, die CEO Müller zu ihrem Amtsantritt für den Beauty-Händler skizziert hatte. Neben einer stärkeren Ausrichtung auf digitale Vertriebskanäle soll Douglas über zusätzliche Services hochwertiger positioniert werden und darüber hinaus auch neue Zielgruppen wie Männer und ältere Konsumenten besser ansprechen.



Douglas PRO zielt speziell auf letztere Zielgruppe, da es die Themen Schönheit und Gesundheit verbindet, indem es eine Kombination aus leistungsstarker Hautpflege mit individuellen Schönheitsbehandlungen und dermatologischen Nahrungsergänzungsmitteln bietet. Zum Opening im September 2018 bietet Douglas mit der neuen Kategorie Beauty Food neben Marken bekannter Hersteller wie Ogaenics auch Brands wie #Innerbeauty, die neu auf dem Markt sind. Auch für Männerhaut bietet die Pilotfiliale eine breite Auswahl an Pflegelösungen.

Hat Douglas mit diesem Filialkonzept Erfolg, hätte die Kette einen Vermarktungsansatz gefunden, dessen Sortiment von Online-Konkurrenten wie Amazon mittelfristig kaum zu kopieren wäre. Darüber hinaus würde sich die Marke ein margenstarkes Sortiment sichern, das speziell bei zahlungskräftigeren Zielgruppen stark nachgefragt wird. Es wäre die perfekte Abrundung zur Arbeit mit Influencern, die die Relevanz der Marke bei jungen Kundinnen wieder stärken soll.


Allerdings freuen sich die Hersteller der Sortimente weniger über diese Expansion. Beiersdorf, dessen Erfolgsmarke Eucerin ebenfalls in Eppendorf verkauft werden soll, dementiert eine direkte Belieferung des Händlers. Eucerin werde nur in einem selektiven System vertrieben, dem nur Apotheken und pharmazeutische Großhändler angehören. Erste Hersteller verschärfen nun ihre Lieferverträge, um sicherzustellen, dass die Produkte wirklich nur in echten Apotheken verkauft werden. Douglas wird in seiner Pilotfiliale beweisen müssen, dass die Parfümkette eine zu den Apotheken gleichwertige  Fachberatung leisten kann, wenn das Konzept Erfolg haben soll. cam

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