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Lucas van Eeghen, CMO der Douglas Holding
Philippe Ramakers, Douglas
Douglas

Marketingchef Lucas van Eeghen verlässt Tina Müllers Beauty-Imperium

Lucas van Eeghen, CMO der Douglas Holding
Er spielte eine zentrale Rolle in Tina Müllers Planung zur Rettung der Beautykette: Doch zum 1. Juli wird Lucas van Eeghen seinen Posten als Chief Marketing Officer bei Douglas räumen. Seine Nachfolge ist auch schon gefunden. Es ist eine alte Gefährtin der CEO aus Henkel-Zeiten: Susanne Cornelius, bisher als Vice President Douglas Brands für die Eigenmarken des Händlers verantwortlich, wird nach Eeghens Abgang die CMO-Aufgaben zusätzlich übernehmen. Der CRM-Bereich wandert jedoch in die Verantwortung von Vanessa Stützle, Executive Vice President E-Commerce & Omnichannel.
von Santiago Campillo-Lundbeck Freitag, 31. Mai 2019
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Die Kündigung van Eeghens sei aus persönlichen und familiären Gründen erfolgt, lässt das Unternehmen wissen: „Wir bedauern seinen Weggang außerordentlich, haben jedoch auch Verständnis für seine Entscheidung. Wir danken Lucas sehr für die herausragenden Leistungen und die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir ihm im Namen des Unternehmens nur das Beste und weiterhin viel Erfolg.“ Doch der Abgang geschieht auch in einer Phase, in der sich Douglas noch einmal strategisch grundsätzlich neu positioniert. Und das spiegelt sich auch nahtlos in seiner Nachfolgerregelung wider.



Van Eeghen hatte sich in seiner dreijährigen Amtszeit bei Douglas vor allem auf die klassische Marketingarbeit konzentriert. Es galt die Marke Douglas zu modernisieren,  als Premium-Händler neu zu positionieren und diese Veränderung für die Kunden erlebbar zu machen. Motor dieser Strategie war dementsprechend die #ForwardBeauty-Kampagne und eine Überarbeitung des Corporate Designs.

Das Douglas-CRM-Programm Beauty Card, diente Van Eeghen dabei als personalisierter Kommunikationskanal zur Umsatzförderung und Verbreitung der neuen Markenbotschaft. Dabei hat der Marketingchef offensichtlich auch eine wichtige Rolle bei der Konzeption und Einführung neuer Services wie Beauty Booking Services und dem event-orientierteren neuen Store-Konzept.


Doch jetzt hat sich Douglas mit seinem Marktplatz-Konzept neue Ziele gesetzt. Douglas will nicht mehr als Stand-Alone-Handelsmarke für Beautyprodukte reüssieren, sondern selbst zur europäischen Handelsplattform werden. In dieser Logik ist die Douglas-Filialkette nicht mehr das primäre Umsatzvehikel des Unternehmens sondern muss sich zum analogen Touchpoint einer primär digitalen Handelsplattform weiterentwickeln. Gleichzeitig muss das CRM-Programm letztlich zum Marketingkanal für die externen Partner werden.

Diese geänderten Prioritäten spiegeln die aktuellen Personalien bei Douglas wider. Vanessa Stützle kann den Dialog-Kanal CRM nahtlos mit den Funktionalitäten der E-Commerce-Plattform integrieren und damit den künftigen externen Plattformpartnern ein Service-Modell anbieten, wo sie ihr Produkt gleichzeitig bewerben und verkaufen können. Ein vergleichbares Modell bietet Amazon  schon unter dem Label E-Commerce-Marketing.

Konkrete Pläne will das Unternehmen derzeit noch nicht kommentieren, bestätigt aber, dass die Bündelung der digitalen Bereiche strategische Voraussetzung für den Aufbau der Plattform ist: “Damit heben wir unsere Kundenorientierung und den Aufbau unserer Onlineplattform auf ein neues Level, um unsere Position als die unangefochtene ,Nummer 1 Beauty-Destination‘ in Europa weiter auszubauen.“

Auch die Aufgabenbündelung der neuen CMO Susanne Cornelius spiegeln die neuen Realitäten des Omnichannel-Marketings wider. Denn Douglas steht im Beauty-Geschäft durch den unverändert hohen Preisdruck und die starke Austauschbarkeit der Händler im E-Commerce nach wie vor massiv unter Druck. Das weiß niemand so gut wie Cornelius selbst, die vor ihrer Zeit bei Douglas im E-Commerce-Beteiligungsbereich von Pro Sieben Sat 1 Media unter anderem für den Beauty-Pure-Player Flaconi zuständig war. Konkurrenten wie Zalando reagieren auf diese Zwickmühle, indem sie lokale Beauty-Marken exklusiv in neuen Märkten verfügbar machen und so ihr Sortiment von der Konkurrenz differenzieren.

Es ist absehbar, dass auch Douglas künftig noch deutlich stärker auf Eigenmarken setzen wird, um sich in der Kommunikation vom Wettbewerb abzuheben. Cornelius hat schon mit Marken wie Innerbeauty und Dr. Susanne von Schmiedeberg sowie der Überarbeitung der Douglas Collection erste Beispiele für diesen Ansatz geliefert. Bisher hielt sich die Sichtbarkeit der Eigenmarken in der Douglas-Kommunikation allerdings in Grenzen. Das dürfte sich nach der Zusammenführung der Bereiche Marketing und Marken schnell ändern. cam

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