DOSB-Kampagne #SupportYourSport

Becker, Witt, Hambüchen und Co rufen zur Unterstützung für Sportvereine auf

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Boris Becker ist eines der Testimonials der Kampagne
© DOSB/Picture Alliance
Boris Becker ist eines der Testimonials der Kampagne
Keine Ticketeinnahmen, drohender Wegfall von Sponsorengeldern, ausbleibende Events: Da die Sportwelt während der Corona-Krise weitestgehend lahmgelegt ist, geraten viele Sportvereine in Deutschland in wirtschaftliche Nöte – auch wenn Bund und Länder auch in diesem Bereich weitere Lockerungen zulassen wollen. Der Deutsche Olympische Sportbund startet mit #SupportYourSport deswegen nun eine Aktion zur finanziellen Unterstützung seiner knapp 90.000 Mitgliedsvereine.
Die Plattform bündelt mehrere bereits bestehende oder neue Hilfsangebote, mit denen Geld- oder Sachspenden für Sportvereine gesammelt werden können. Dazu gehört etwa die Aktion #gemeinsamfürdensport, die von Sportdeutschland.tv und YouSport ins Leben gerufen wurde. Damit können Vereine eigene Spendenaufrufe ins Netz stellen und entsprechende Websites erstellen. Sportdeutschland.tv ist ein Angebot der DOSB New Media, die mehrheitlich in Besitz von Pro Sieben Sat 1 ist. Zu dem Medienkonzern gehört auch die Amateursportplattform YouSport.


Des Weiteren ruft der DOSB zum Kauf von Produkten aus dem offiziellen Shop des deutschen Olympiateams Team Deutschland auf. Die Erlöse kommen der Stiftung Deutscher Sport zugute, deren Ziel die die Förderung des gemeinnützigen deutschen Sports ist. Soft- und Hardwarelösungen sollen die Vereine über eine Kooperation mit dem Haus des Stiftens erreichen. Weitere Hilfsprojekte sollen folgen. Außerdem sind die Menschen natürlich dazu aufgerufen, Mitglied in einem Verein zu werden. Denn Mitgliedsbeiträgen kommt in dieser Zeit noch größere Bedeutung zu als ohnehin.
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Unterstützt wird #SupportYourSport von Sportidolen wie Katharina Witt, Britta Heidemann, Fabian Hambüchen, Henry Maske, Kristina Vogel, Stefan Kretzschmar und Boris Becker. Daneben fordern "Alltagshelden" wie Platzwarte oder Trainer und Trainerinnen dazu auf, die Vereine in der aktuellen Situation zu unterstützen. Die Nutzer können ihre Unterstützung der Kampagne durch entsprechende Social-Media-Templates signalisieren, die auf supportyoursport.org downloadbar sind. Für die Kreation der Kampagnenmotive und der Social-Media-Assets sind die Agenturen RaphaelBrinkert und One8y verantwortlich.

"Wir alle müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die einzigartige Vielfalt von Sportdeutschland mit unseren 90.000 wertvollen Vereinen erhalten bleibt", appelliert DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Zeigen Sie sich solidarisch und bleiben Sie Ihrem Verein treu, auch wenn Sie Ihren Sport derzeit nicht so betreiben können, wie Sie das gewohnt sind. Und wenn Sie bislang noch kein Vereinsmitglied sind: Suchen Sie sich einen Verein in Ihrer Region und unterstützen ihn durch Ihre aktive Mitgliedschaft!"


Veronika Rücker, Vorstandsvorsitzende des DOSB, ergänzt auf der Aktions-Website: "Wo Eintrittsgelder und Einnahmen fehlen, können 83 Millionen Bürger und 40 Millionen Mitglieder helfen. Mit unserer Plattform bieten wir Sportvereinen nicht nur eine konkrete Hilfe, sondern auch eine sinnvolle Ergänzung zu den Maßnahmen auf lokaler und regionaler Ebene."
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Die Corona-Pandemie hat den Sport mit voller Wucht getroffen – sowohl in der Spitze als auch in der Breite. Dies gilt besonders für solche Vereine, die nicht über hohe Ticket-, Sponsoring oder Cateringeinnahmen verfügen. Denn diese Vereine leben praktisch von der Hand in den Mund.

Gezwungenermaßen, wie der DOSB kürzlich in einer Mitteilung ausführte: "Die 90.000 Vereine und Verbände werden dramatische Einnahmeverluste erleiden, beispielsweise durch abgesagte Veranstaltungen, die Einstellung des Wettkampfbetriebs oder fehlende Kurs- und Trainingsgebühren. Dies wird für viele Vereine und Verbände zu einer existenziellen Bedrohung führen, zumal diese gemeinnützigen Organisationen aus steuerrechtlichen Gründen bislang keine nennenswerten Rücklagen bilden durften, so dass wegfallende Ertragsmöglichkeiten nicht aus eigenen Kräften ausgeglichen werden können."
Eintracht Frankfurt Auf jetzt!
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Zwar werden von der Politik erste Schritte zu einer schrittweisen Lockerung der Auflagen für Trainings- und Wettkampfbetrieb ins Auge gefasst. Allerdings ist davon auszugehen, dass Mannschaftssportarten mit Körperkontakt wie Handball, Fußball oder Basketball noch lange mit erheblichen Einschränkungen werden zurecht kommen müssen.

Dies könnte letztendlich auch für einen Rückgang bei den Mitgliederzahlen sorgen, glaubt der Chef des hessischen Landessportbundes Rolf Müller: "Sollte das Sportangebot weite Teile dieses Jahres ruhen, werden am Jahresende sicherlich einige Mitglieder einen Austritt erwägen – schlicht und einfach dessen, weil auch sie weniger in der Tasche haben." Das gilt es "in jedem Fall zu verhindern", so Müller zur dpa.
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"Viele Bundesländer haben den Ernst der Lage erkannt und arbeiten bereits gemeinsam mit den Landessportbünden an konkreten Hilfen für unsere gemeinwohlorientierten und vom Ehrenamt getragenen Sportvereine", so Alfons Hörmann, "aber diese Hilfen allein werden nicht ausreichen. Alle Mitglieder in unseren Sportvereinen, die über lange Zeit die beeindruckenden Vorteile des Sporttreibens im Verein erfahren haben, sollten jetzt solidarisch handeln und Hilfe und Unterstützung zurückgeben, indem sie im Verein Mitglied bleiben oder sich engagieren." ire
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