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Dominik Matyka freut sich über die erste physische Dmexco seit 2019
Mara Monetti
+Dominik Matyka im Interview

Warum es die Dmexco wahrscheinlich nie so gebraucht hat wie jetzt

Dominik Matyka freut sich über die erste physische Dmexco seit 2019
Dominik Matyka, Chief Advisor der Dmexco, spricht im HORIZONT-Interview kurz vor dem Start der Digitalmesse über die erste Live-Dmexco nach der Coronapause, was das für die ehrgeizig angekündigte digitale Plattform bedeutet – und warum er nicht von Quentin Tarantino auf der Bühne träumt.
von Anja Sturm Sonntag, 18. September 2022
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Zwei Jahre lang gab es die Dmexco digital only. Im September sollen nun wieder rund 40000 Menschen in die Kölner Messehallen kommen. So der Plan von Chief Advisor Dominik Matyka. Die digitale Plattform, die Matyka 2020 als "Verheiratung von Netflix, Linkedin und Zoom" ziemlich großspurig angekündigt hat, wird indes künftig weitaus weniger gepusht. "Du kannst nicht alles gleichzeitig machen. Unsere Priorität liegt jetzt sehr klar auf einem supererfolgreichen Live-Event", so Matyka.

Im September findet die Dmexco nach zwei Jahren Coronapause erstmals wieder live und in Farbe in den Kölner Messehallen statt. Wie sehr freust Du dich ganz persönlich darüber? Ich freue mich sehr. Der gesamte Markt, die gesamte Industrie verlangen danach. Jeder will sich wieder persönlich mit anderen treffen und sucht nach Geschäftsmöglichkeiten.

Diesmal lässt Du die Sektkorken also nicht erst nach, sondern schon vor der Dmexco knallen? Wer mich kennt, weiß, dass ich zwar gerne auch die Sektkorken knallen lasse. Aber nicht, ohne vorher das passende Ergebnis abzuliefern. Außerdem glaube ich, dass momentan ohnehin nicht der richtige Moment zum Feiern ist. Uns geht es relativ gut, aber wenn man sich die Weltlage anschaut, sieht das ganz anders aus: Krieg in der Ukraine, explodierende Energiepreise, Inflation, Fachkräftemangel und so weiter. Geopolitisch und makroökonomisch stecken wir in extrem herausfordernden Zeiten.

Auch die Digitalbranche steht unter Druck. Absolut. Ich glaube, wir befinden uns auch hier gerade in einer extrem anspruchsvollen Gesamtsituation. Der Aktienkurs von Meta: gerade erst halbiert, zum ersten Mal in der Firmengeschichte ist der Konzern im Ebit-Umsatz nicht gewachsen. Auch Snap, Twitter, Oracle und die GAFAs, alle haben mächtig Druck und sind zu teils heftigen Einsparungen gezwungen. Wir haben einen regelrechten Einbruch bei den Big Playern, Hunderte Milliarden Börsenwert sind gerade verloren gegangen. Die Zeiten von kostenlosem Club Mate für alle und zehn Mitarbeiter-Events pro Monat sind erst mal vorbei. Dazu kommt der Krypto-Winter, man könnte auch sagen: die Krypto-Eiszeit. Die Lage hat sich zwar schon wieder leicht entspannt, aber das muss man erst mal verkraften: Wertverluste von zwischenzeitlich 50 und 60 Prozent. Dann das Neverending-Thema "Third-Party-Cookies", immer neue gesetzliche Rahmenbedingungen, externe makroökonomische Faktoren – und das alles zur gleichen Zeit. Alle diese Themen sind relevant für das digitale Marketing, und wir müssen Wege finden, Lösungen zu diskutieren und diese dann auch umzusetzen. Wir als Dmexco tragen als Business-Plattform dazu bei.

Wir haben Dich selten so pessimistisch gehört. Ich bin von Grund auf Optimist, aber auch Realist. Ich glaube, all die Herausforderungen, denen wir ausgesetzt sind, gehen vorbei, aber wirklich sagen, wie die Lage in sechs Monaten aussieht, kann im Augenblick wohl keiner.

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