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Die Dmexco macht das Thema Haltung zum übergeordneten Thema
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Dmexco-Report

Warum das mit der Haltung so eine Sache ist

Die Dmexco macht das Thema Haltung zum übergeordneten Thema
Das Motto der diesjährigen Dmexco, die aufgrund der Corona-Pandemie erstmals als rein virtuelles Event veranstaltet wird, lautet "Attitude Matters". Die Messemacher wollten nun wissen, wie das Thema Haltung innerhalb ihrer Community gesehen wird. Einige der Ergebnisse werfen kein gutes Licht auf die Branche.
von Ingo Rentz Mittwoch, 26. August 2020
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Kaum ein Thema wurde innerhalb der Marketing-Community so viel öffentlich rauf- und runtergewälzt wie Haltung - auch in Fachmedien wie HORIZONT. Wer die Diskussionen - sofern man von Diskussionen sprechen kann, denn gefühlt herrscht bezüglich der Relevanz von Haltung Einigkeit - verfolgt hat, der wird gemerkt haben: Marketing ohne Haltung respektive Purpose, das geht eigentlich gar nicht mehr.
Über die Umfrage
Die Umfrage zum Thema Haltung wurde im Juni 2020 online innerhalb der Dmexco-Community durchgeführt. Insgesamt haben 399 Personen aus der Digitalbranche auf die Fragen geantwortet. 45 Prozent der TeilnehmerInnen waren weiblich, 55 Prozent männlich.



Eine Umfrage der Dmexco-Macher zu dem Thema entwirft nun ein etwas anderes Bild. Zwar sind 95 Prozent der hiesigen und 90 Prozent der internationalen Unternehmen sicher, dass Firmen Haltung zeigen müssen. Als wichtigste Themen gelten dabei "Vertrauen/Transparenz gegenüber Kunden" (64 Prozent national/63 Prozent international), "Klimawandel" (64 Prozent/51 Prozent) und "Abschwächung der Coronakrise" (62 Prozent/49 Prozent).

Der eigentliche Job wird dann aber gerne anderen überlassen. Den Umfrageergebnissen zufolge spielt der Klimawandel in lediglich 44 Prozent der deutschsprachigen Unternehmen eine Rolle - was relativ wenig ist, wenn man bedenkt, dass die Zustimmungsrate bezüglich der Relevanz des Themas 20 Prozentpunkte höher liegt. International ist die Diskrepanz zwischen Meinen (51 Prozent) und Machen (32 Prozent) beim Thema Klimawandel fast genau so groß.
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Beim Thema "(Gesellschafts-)Politische Fragen" sind die deutschen Marketer ähnlich gespalten: Nur 28 Prozent sagen, dass dieses Thema eine Rolle in ihrem Unternehmen spielt, wohingegen 39 Prozent finden, dass Unternehmen in diesem Bereich Haltung zeigen sollten. Dies ist umso erstaunlicher, als die Umfrageteilnehmer grundsätzlich der Meinung sind, dass Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Lösung von gesellschaftlichen Problemen einnehmen. Hierzulande sind 96 Prozent dieser Meinung, international sind es 89 Prozent.


Wer jetzt glaubt, dass viele Unternehmen aufgrund mangelnder wirtschaftlicher Potenz keine Haltungsmaßnahmen einsetzen können, irrt offenbar: Auf die Frage, welche Unternehmen sich Haltung am ehesten leisten können, sagen 51 Prozent der national und 49 Prozent der international Befragten, dass die Art des Unternehmens dabei keine Rolle spielt. Über 50 Prozent national und knapp 50 Prozent international sehen keinen Konflikt zwischen der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens und dessen wertebasierter Führung. Lediglich 3 Prozent national und 6 Prozent international glauben, dass man sich Haltung leisten können muss. Auch die Umsetzung von konkreten Maßnahmen innerhalb der Geschäftsbereiche sehen viele unproblematisch (national über 60 Prozent, international fast 50 Prozent).
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So mancher Branchenteilnehmer muss seine Einstellung zur Haltung möglicherweise überdenken. Denn Corona, da ist sich die Dmexco-Community so gut wie einig, verlangt auf Unternehmensseite mehr Haltung denn je. 95 Prozent der nationalen und 86 Prozent der internationalen Teilnehmer sind dieser Meinung.

Zudem ist die Mehrheit der national (70 Prozent) und international (54 Prozent) Befragten sicher, dass es nach der Corona-Krise wahrscheinlich kein Zurück zu business as usual gibt und sich etwas ändern muss. Die wichtigsten Themen für die Community hierbei sind einen Puffer für kommende Krisen aufbauen (national: 62 Prozent, international: 53 Prozent), nachhaltiger wirtschaften (national: 72 Prozent, international: 58 Prozent) und sich noch dringender um die Möglichkeiten des digitalen Arbeitens kümmern (national: 85 Prozent, international: 79 Prozent). Gleichzeitig glauben 49 Prozent der national und 42 Prozent der international Befragten, dass Gewinnmaximierung nicht mehr das oberste Prinzip von Unternehmensführung darstellen sollte.
„Die Digitalbranche muss Haltung zeigen. Es reicht nicht mehr, einfach nur ein Produkt herzustellen und zu vermarkten. “
Milko Malev, Director Communications and Media Dmexco
"Der Dmexco Report zeigt deutlich: Die Digitalbranche muss Haltung zeigen. Das wird für Mitarbeiter und Kunden immer wichtiger", sagt Milko Malev, Director Communications and Media der Dmexco. "Es reicht nicht mehr, einfach nur ein Produkt herzustellen und zu vermarkten. Mit der Dmexco @home und unserem diesjährigen Motto #AttitudeMatters bieten wir der Digitalbranche eine Plattform, um gemeinsam darüber zu sprechen, wie wir Haltung definieren und in die Praxis umsetzen können. Die Tragweite des Themas zeigen nicht zuletzt unsere Interviews mit den Digitalexperten Eike Wenzel, Claudia Hartwich und Dorothee Bär." ire
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