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Jason Forbes, Chief Digital Officer bei Coty, präsentiert auf der Dmexco 2018 die digitale Transformationstrategie des US-Konzerns
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Dmexco 2018

Warum Coty Schönheit als digitale Transformationsaufgabe versteht

Jason Forbes, Chief Digital Officer bei Coty, präsentiert auf der Dmexco 2018 die digitale Transformationstrategie des US-Konzerns
Der Kosmetikriese Coty steht allein schon aufgrund seines Sortiments nicht gerade im Verdacht, von der Digitalisierung besonders stark betroffen zu sein. Aber das sieht Chief Digital Officer Jason Forbes völlig anders: „Die Markenmission von Coty ist es, die Vielfalt der Schönheit zu feiern. Und kein Medium kann diese Vielfalt in ihrer Bandbreite besser widerspiegeln als das Internet.“ Auf der Dmexco präsentierte Forbes die digitale Transformationsstrategie des Unternehmens.
von Santiago Campillo-Lundbeck Freitag, 14. September 2018
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Für Forbes ist das Internet schon jetzt ein höchst relevanter Umsatzträger. In Cotys-Kernmärkten nutzen mittlerweile 1,5 Milliarden Konsumenten regelmäßig das Smartphone. Mehr als 162 Millionen Kunden kaufen Hautpflegeprodukte online, 192 Millionen haben Haarpflegeprodukte gekauft und 132 Millionen haben Make-up bestellt.


Diese Dynamik schlage sich auch  bei Coty nieder: „In den vergangenen drei Jahren hat sich der E-Commerce-Umsatz mit Beauty-Produkten verdoppelt. Coty hat allein im vergangenen Jahr diesen Umsatz um 50 Prozent gesteigert und unser Ziel ist, dass E-Commerce mindestens 20 Prozent unseres Gesamtumsatzes ausmachen soll.“ Das wären stattliche 1,8 Milliarden US-Dollar.

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Seinen Glauben an die Notwendigkeit der digitalen Transformation begründet Forbes auch mit dem Verweis auf die Konkurrenz. Coty könne es sich schlicht nicht erlauben hinter den Wettbewerbern zurückzubleiben: „88 Prozent der Kosmetik-Marken benutzen heute schon E-Commerce-Features auf sozialen Netzwerken.“ Aber gleichzeitig verschaffe die aktive Nutzung der digitalen Datenflut dem Unternehmen auch einen strategischen Vorteil. Studien hätten ergeben, dass datengetriebene Unternehmen 85 Prozent mehr Umsatz als vergleichbare Unternehmen derselben Branche erzielen.


„Unternehmen der Konsumgüterindustrie waren in den vergangenen Jahrzehnten immer in der seltsamen Lage, dass sie keinen direkten Kontakt zu ihren eigenen Kunden hatten. Das hat sich durch das Internet radikal geändert.“
Jason Forbes
Entscheidend für Forbes ist allerdings, dass Coty dank Internet sein eigenes Geschäftsmodell grundsätzlich überarbeiten kann: „Unternehmen der Konsumgüterindustrie waren in den vergangenen Jahrzehnten immer in der seltsamen Lage, dass sie keinen direkten Kontakt zu ihren eigenen Kunden hatten. Das hat sich durch das Internet radikal geändert.“

Was für den Konzern allerdings nicht bedeutet, den Handel als Partner auszubooten: „Unser Ziel ist, der Kategorie insgesamt Wachstumsimpulse zu geben.“ Wie das funktionieren kann, illustrierte Forbes am Beispiel eines AR-Mobile-Web-Programms in Zusammenarbeit mit Walmart. Hier können die Nutzer unterschiedliche Looks virtuell an sich selbst testen und bei Gefallen mit nur einem Klick als Paket bei Walmart bestellen. 4 Prozent der Nutzer, haben anschließend auch tatsächlich einen der getesteten Looks bestellt.

Dabei gehe es aber nicht um die innovative Technologie, sondern um eine bessere Gestaltung der E-Commerce-Umsätze: „Als Online-Bestellung ist ein 3 Dollar Lippenstift nicht profitabel. Aber dank dieses AR-Erlebnisses können wir daraus eine 23 Dollar-Bestellung für einen kompletten Look machen. Davon profitieren wir als Hersteller und Walmart als Händler.“ cam

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