Diversität und Gleichberechtigung

So will die Telekom E-Sports weiblicher machen

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Die Deutsche Telekom startet die Initiative "Equal E-Sports"
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Die Deutsche Telekom startet die Initiative "Equal E-Sports"
Die Deutsche Telekom startet eine Intiative für Diversität und Gleichberechtigung im Gaming. Mit "Equal eSports" will der Telko-Riese dafür sorgen, dass Frauen in der Szene besser repräsentiert sind - sowohl in der Spitze als auch in der Breite.
Gaming und E-Sports, das sind vor allem Betätigungen für junge Männer, so ein gängiges Klischee. Der Jahresreport des Branchenverbandes Game zeichnet jedoch ein anderes Bild. So sind Spielerinnen und Spieler hierzulande im Schnitt 37 Jahre alt - und 48 Prozent von ihnen sind Frauen.

In die Spitze dringen sie aber nur selten vor: Professionelle Gamerinnen und E-Sportlerinnen gibt es kaum, die Telekom berichtet von Schätzungen, wonach weniger als 5 Prozent der E-Sports-Profis weiblich seien. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ohne Vorbilder wagen Frauen nur selten den Sprung an die Spitze, zudem sorgt die Szene immer wieder mit sexistischem und diskriminierendem Verhalten für Aufsehen.

Die neue Initiative "Equal E-Sports" soll hier für eine Verbesserung sorgen. "Frauen sollen die Möglichkeit erhalten, gleichberechtigt ihrer Leidenschaft nachgehen zu können – ohne Diskriminierung und Ausgrenzung", teilt die Telekom mit. Wie das gehen soll? Durch Vorbilder und Unterstützung. Gemeinsam mit dem Team SK Gaming, bei dem die Telekom seit Ende 2019 als Teilhaber aktiv ist, und der Esports Player Foundation, die sich um Sportförderung für den E-Sports in Deutschland kümmert, ergreift das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen, um E-Sports weiblicher zu machen. So stellt man gemeinsam etwa das erste rein weibliche Team im größten E-Sports-Spieletitel League of Legends auf. "Wir wollen Frauen ermutigen, sich im männerdominierten Profibereich zu behaupten", sagt Alexander Müller, Geschäftsführer von SK Gaming.

Gleichzeitig wird mit dem Female Player Program eine Förderinitiative für Nachwuchstalente auf den Weg gebracht. Zusammen mit der Esports Player Foundation will die Telekom Gamerinnen hierbei tägliches In-Game-Coaching, Fitness-Training sowie Ernährungs- und sportpsychologische Beratung bieten. Zudem werden die Talente im Alltag unterstützt, um ihre E-Sports-Karriere mit Schule, Ausbildung und Beruf in Einklang zu bringen. "Mit dem Förderprogramm wollen wir Gamerinnen fest in der Szene etablieren und sie gemeinsam mit der Telekom auf ihrem Karriereweg begleiten", sagt Jörg Adami, Geschäftsführer der Esports Player Foundation.
„Wir wollen Frauen ermutigen, sich im männerdominierten Profibereich zu behaupten.“
Alexander Müller, SK Gaming
Weitere Maßnahmen sind die Einführung des Equal eSports Council, in dem 13 Top-Spielerinnen und Größen der E-Sports-Szene wie Melly, Miss Rage, Anna Baumann oder Kristin Banse zusammenkommen und das Programm der Förderinitiative mitbestimmen sowie Elternworkshops und die Bereitsstellung von Unterrichtsmaterialien. Begleitet wird der Start der Initiative von einer Kampagne, die Maßnahmen am PoS, in der Bonner Telekom-Zentrale sowie Workshops, Kommunikation über Social Media sowie den Content Hub equal-esports.com umfasst.

Für mehr Gleichberechtigung in der Profi-Szene zu sorgen, könnte auch dem Gaming-Markt insgesamt noch einmal einen Schub verleihen, indem die eine Hälfte der Zielgruppe stärker aktiviert wird. Und das, obwohl der Markt in den vergangenen Jahren stets gewachsen ist, im vergangenen Jahr Corona-bedingt sogar um satte 32 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Game zählt hierzu die Umsätze mit Computer- und Videospielen sowie der dazugehörigen Hardware. Gänzlich uneigennützig dürfte das Engagement der Telekom also nicht sein - vor allem nicht im Hinblick auf die Positionierung als Employer Brand. Nicht ohne Grund dürfte die Initiative daher auch von Telekom-Personalvorständin Birgit Bohle vorgestellt worden sein. Sie sagt: "Gaming und eSports sind heute feste Bestandteile der Alltagskultur vieler Heranwachsenden. Mit der neuen Initiative möchte die Telekom diese Bewegung unterstützen und zentrale Themen wie Diversität, Inklusion und digitale Bildung stärken. Für die Telekom sind Diversität und Gleichberechtigung seit Jahren feste Bestandteile der Konzernstrategie und Unternehmenskultur. Die Förderung von Frauen auch in der Wirtschaft ist für uns essenziell."

An Bohles Seite bei der Präsentation war Michael Hagspihl. Der SVP Global Strategic Projects and Marketing Partnerships der Telekom ergänzt: "Seit Jahren sind eSports und Gaming ein fester Bestandteil unserer Sponsoring- und somit auch Marketingstrategie. Mit #GoodMagenta kennzeichnen wir Projekte, Maßnahmen und Initiativen, die einen positiven Beitrag zu sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen in der digitalen Welt leisten. Unsere Initiative Equal eSports bringt diese zwei Themen zusammen und bildet die perfekte Symbiose." ire
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