Digitale Kunstwerke

OMD untersucht Potenzial und Grenzen von NFTs

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NFTs erfreuen sich wachsender Beliebtheit
© IMAGO / NurPhoto
NFTs erfreuen sich wachsender Beliebtheit
Drei Buchstaben sorgen für Spannung in Sport, Entertainment und Kunst: NFT. Die Abkürzung steht für Non Fungible Tokens, also digitale, nicht austauschbare Einzelstücke. Wie viel Potenzial in NFTs schlummert, wollte nun OMD genauer wissen. Dafür hat die Mediaagentur gemeinsam mit Appinio eine repräsentative Online-Befragung unter 1000 Befragten zwischen 16 und 65 Jahren durchgeführt.
Davon wusste immerhin bereits jeder Dritte, was NFTs sind. Sieben Prozent der Befragten besitzen sogar schon welche. Knapp 65 Prozent dagegen haben noch nie von dem Begriff gehört. Immerhin 39 Prozent können sich (eher) vorstellen, NFTs zu erwerben – besonders in den Bereichen Musik (55 Prozent), Kunst (50 Prozent) und Gaming (46 Prozent). NFTs in diesen Bereichen können etwa digitale Kunstwerke, Musik, Sammelkarten oder Memes sein.
NFTs sind kein reiner Nischenbegriff mehr
© OMD/Appinio
NFTs sind kein reiner Nischenbegriff mehr


Diese Werte lassen aufhorchen, handelt es sich bei NFTs doch um Objekte, die nicht nur in der Entstehung hoch komplex sind, sondern auch jede Menge Beschäftigung mit dem Thema voraussetzen, wenn man kluge Investitionen tätigen will. Dem globalen Hype tut das keinen Abbruch: Allein im ersten Halbjahr 2021 hat der Markt mit einem Umsatz von weltweit 2,5 Milliarden US-Dollar ein exponentielles Wachstum hingelegt, vorwiegend in den Bereichen Kunst, Musik, Gaming und Sport.

Die Corona-Pandemie hat den Hype maßgeblich vorangetrieben, hat sie doch dafür gesorgt, dass die Menschen sich stärker mit Online-Phänomenen auseinandersetzen. "Der neue Markt für diese rein digitalen Werke spricht zunehmend mehr Menschen an", folgert Michael Engmann, Appinio Market Research Specialist im Bereich Finance. "Insbesondere Personen, die in Kryptowährungen, wie Bitcoin investiert haben, vertrauen der NFT-Technologie und sind auch Zielgruppe dieses digitalen Marktes. Ebenso spielen NFTs für Menschen mit einer Sammelleidenschaft eine große Rolle, Investoren sehen die Token wiederum als eine Art Investment."
Viele Menschen können sich den Besitz von NFTs vorstellen
© OMD/Appinio
Viele Menschen können sich den Besitz von NFTs vorstellen
Und was können Marken mit dem NFT-Boom anfangen? Indem sie digitale Markengüter als NFTs vertreiben, könnten sie etwa die Kundenbindung stärken, urteilt man bei OMD. Zudem entstünden weitere Möglichkeiten zur Interaktion mit den Kunden. Nike etwa nutze die Technologie in der Kommunikation, um die Community intensiv und interaktiv miteinzubeziehen. Hierzu hat sich Nike das System "CryptoKicks" patentieren lassen.

NFTs könnten auf diese Weise von Marken als eine Art Treueprogramm genutzt werden, sagt Sophie Bloch, Creative Campaign Manager OMD Germany. "Marken müssen sich immer bewusst sein, dass der Mehrwert in der Nutzung von NFTs für Werbezwecke vordergründlich in der Kundenbindung und Schaffung von einzigartigen Consumer Experiences liegt, nicht in dem Erzielen von Profiten über den Verkauf von NFTs." Wer jetzt auf die Technologie setze, habe "definitiv eine First-Mover-Chance", glaubt die Managerin. Gleichzeitig bestehe das Risiko, dass der Hype wieder nachlasse. ire
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